Mit Feuereifer Schönes, Wichtiges und Praktisches lernen

In der „Lernbox“ des Essener Gymnasiums Am Stoppenberg erweitern Fünft- und Sechstklässler mit Spaß und ohne Notendruck ihr Wissen.

In der „Lernbox“ des Essener Gymnasiums Am Stoppenberg erweitern Fünft- und Sechstklässler mit Spaß und ohne Notendruck ihr Wissen

Ötzi finden Josy und Monika total interessant. Eigentlich steht die Mumie aus dem Tiroler Gletschereis in der sechsten Klasse des Bischöflichen Gymnasiums Am Stoppenberg nicht auf dem Lehrplan. Doch zum Glück gibt es an der Essener Schule die „Lernbox“, ein eigenes Schulfach, in dem die Schüler sich ihr Thema selbst aussuchen können. Und so präsentieren Josy und Monika beim Elternnachmittag stolz ihre Forschungsergebnisse: Kampfspuren an Ötzis Körper, seine alltagspraktische Ausrüstung, die Schuhe aus Grasschnüren und Leder sowie Ötzis Lendenschurz, der aussieht „wie die Unterhose von Tarzan“, finden die beiden Sechstklässlerinnen.

Das Gymnasium am Stoppenberg bietet als Tagesheimschule mehr als Unterricht, nämlich Sport und Spiel, Pausenzeiten, Neigungsgruppen zu Literatur, Musik und Handwerk und eben seit 2014 die „Lernbox“, ein von der Schule selbst entwickeltes Schulfach, in dem es keine Noten gibt, sondern einfach den Spaß am eigenständigen Lernen.

Das Lehrer-Team hatte sich eine zusätzliche Möglichkeit gewünscht, den Fünft- und Sechstklässlern Lernmethoden und Gruppenarbeit nahe zu bringen, erklärt Anna Zebovec, die als eine von drei Lehrerinnen des Gymnasiums in der „Lernbox“ unterrichtet. Die jüngsten Gymnasiasten arbeiten frei, ähnlich wie man es von der Montessori-Pädagogik kennt. Die Lehrer vermitteln kein Wissen, sondern beraten, wo es nötig ist. Und auch wenn ein Projekt scheitert, hat man etwas gelernt, etwa beim „Eierflieger“, den die Schülerinnen und Schüler in Klasse fünf jeweils als erstes Projekt bauen sollen: Ein rohes Ei soll so stabil in einem Fluggerät verpackt werden, dass es sanft und unversehrt auf dem Boden landen kann. „Meist geht das Ei zu Bruch“, gibt Anna Zebovec zu, „aber wichtiger als das Ei ist der Arbeitsprozess: Wie spricht die Gruppe sich ab, wie verteilt sie Aufgaben, löst Konflikte und findet Lösungen? Darüber schreiben die Teilnehmer abschließend gemeinsam ein Arbeitsprotokoll und sind damit gut gerüstet für die weitere Gruppenarbeit ihrer Schulzeit.“   

Dass den jüngsten Gymnasiasten die „Lernbox“ Spaß macht, ist gut erkennbar an dem Feuereifer, mit dem sie an ihre Projekte herangehen. Sogar ein trockenes Sachthema wie der „Recherche-Guide fürs Internet“ gehen sie gründlich an und fassen ihre Ergebnisse gleich in einer Powerpoint-Präsentation zusammen: „Welche der vielen Infos, die ich bei Google finde, brauche ich? Welche Suchmaschine und welchen Suchbegriff verwende ich? Welche Seite ist vertrauenswürdig, welche ist es nicht?“ Dieses Wissen ist nicht nur für künftige Schulreferate, sondern für jede Internet-Abfrage von großem Wert. Aber auch die schönen Dinge kommen in der „Lernbox“ nicht zu kurz: So entstand in der Mittagspause der Klasse sechs ein selbstkomponiertes Instrumentalstück für Gitarre, Cello und der Handtrommel „Cajon“. (cs)

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