Mission: Heilung ist möglich

Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern ist seit 90 Jahren weltweit tätig. Das Jubiläum wird am Sonntag, 6. September, um 13.30 Uhr in Bottrop gefeiert.

Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern ist seit 90 Jahren weltweit tätig. 

Einem abenteuerlichen Leben geht meist ein ungewöhnlicher Entschluss voraus. Beate Harst erging es so. Als junge Frau hatte sie sich für ein Leben mit Gott entschieden und fünf Jahre lang als Gemeindereferentin in der Pfarrei-Seelsorge gearbeitet. Aber sie wollte es intensiver, fragte sich: „Wie lebe ich weiter?“, suchte den Kick – und stieß auf die Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern. Die Schwestern wollen „ganzheitlich“ heilen, arbeiten weltweit in Gesundheits- und Sozialsystemen und verbessern vor allem die Situation benachteiligter Frauen. Für diesen Lebensentwurf lassen sie sich auf Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam in einer kleinen Ordensgemeinschaft ein.

Schwester Beate Harsts Entscheidung liegt 25 Jahre zurück. Seither hat sie als Missionsärztliche Schwester in der Krankenhaus- und Hospiz-Seelsorge in Ghana und im Bistum Essen unzählige menschliche Schicksale intensiv begleitet. Am Sonntag, 6. September, um 13.30 Uhr feiert sie in der St. Elisabeth-Kirche in Bottrop ihr silbernes Ordensjubiläum. Zugleich legen Carmen Speck, Laura Knäbel und Karin Knötig ihre Versprechen ab, sich künftig an die Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern zu binden, die an diesem Tag zudem auf ihr 90jähriges Gründungsjubiläum zurückschaut. Mit dem „Profess“ genannten Versprechen der drei jungen Schwestern schaut der Orden damit zugleich in die Zukunft.

Die Schwestern tragen kein Ordenskleid und leben unauffällig in kleinen Hausgemeinschaften. Aber dort, wo sie tätig sind, hinterlassen sie ihre Spuren. Bereits die Gründerin der Gemeinschaft, die österreichische Ärztin Anna Dengel, beließ es nicht bei ihrem couragierten Vorhaben, in den 1920er Jahren im heutigen Pakistan muslimischen Frauen medizinische Hilfe zu geben. Sie sammelte Gleichgesinnte um sich und gründete 1925 in den USA einen Orden, um gemeinsam „Unheil und Ungerechtigkeit in einer verwundeten Welt“ zu lindern.

Ebenso entschieden setzen die Schwestern sich heute ein gegen soziale Ungerechtigkeiten und die Ausbeutung der Schöpfung, ob nun in Indonesien, Lateinamerika oder Europa. Die Gemeinschaft ist nicht groß, ihr gehören derzeit weltweit rund 540 Frauen verschiedener Kulturen an. Viele der Schwestern sind in medizinischen und therapeutischen Berufen ausgebildet und überall dort präsent, wo Menschen durchs Netz fallen. Oder sie leisten psychologische und seelsorgerliche Hilfe wie Schwester Beate, „denn zur ganzheitlichen Heilung gehört auch Versöhnung und die Frage, wie das Leben gelingen kann“.

Im Ruhrgebiet sind die Schwestern mit zwei kleinen Kommunitäten in Essen-Rüttenscheid und Bottrop vertreten und arbeiten auch hier im Gesundheitssystem mit kranken, sterbenden, trauernden oder einsamen Menschen. „Dass ich Ordensfrau bin, wissen viele Krankenhauspatienten und Gesprächspartner gar nicht“, sagt Schwester Beate, „das Wichtigste ist für sie, dass ich authentisch bin.“

Die Schwestern versuchen, achtsam zu leben, und schöpfen Kraft aus Stille, Meditation, Gottesdienst, Festen und daraus, mit ihrem Lebensentwurf nicht allein zu stehen, sondern in eine religiöse Gemeinschaft eingebunden zu sein. In einer weltweit tätigen Organisation muss man nicht nur innerlich, sondern auch räumlich flexibel sein: In zwei Wochen fliegt Schwester Beate nach Indien, um dort mit Delegierten ihres Ordens aus allen Kontinenten darüber zu beratschlagen, welchen Beitrag die Gemeinschaft künftig zur Heilung einer verwundeten Welt beitragen kann. (cs)

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