Misereor-Gast Father John besuchte Jordan-Mai-Schule

Father John aus Nairobi war am heutigen Dienstag, 29. März, zu Gast in der Jordan-Mai-Schule in Gladbeck. Die Schüler zeigten im Gespräch mit ihm großes Interesse an den Lebensumständen ihrer Altersgenossen in Nairobi.

Besonderes Interesse zeigten die Schüler am Leben der armen Kinder Nairobis

Die Schülerinnen und Schüler sitzen im Kreis auf dem Boden, der Gast aus Nairobi mitten unter ihnen. Father John trägt Zivil-, keine Priesterkleidung. "Das ist ein Zeichen der Gleichheit; ein Zeichen, dass er als Priester unter den Menschen lebt und arbeitet", konstatiert Thilo Esser, Leiter der Zentralabteilung Weltkirche und Mission des Bistums Essen.

Father John Webootsa Shikolio aus Nairobi ist der diesjährige Misereor-Gast des Ruhrbistums und war am heutigen Dienstag, 29. März, zu Besuch in der Gladbecker Jordan-Mai-Schule. Father John stellte sich im Gespräch zunächst den Fragen der Schüler und feierte anschließend mit ihnen einen Gottesdienst in der Christus-König-Kirche, Gladbeck-Schultendorf. Ein gemeinsames Mittagessen in der Jordan-Mai-Schule rundete den Besuch von Father John ab.

In unmittelbarer Nähe des Sitzkreises steht eine "Slumhütte", welche die Kinder aus Pappe und Papier nachgebaut haben. Ein Film hatte den Schülern zuvor Aufschluss darüber gegeben, wie die Armen in Nairobi hausen: "Die leben ja in Bruchbuden", fiel Maurice spontan zu den Bildern ein.

Mit bis zu sechs Leuten wohnen die Menschen Nairobis in solchen Kleinhütten. Um das nachzufühlen, setzen sich im Beisein von Father John auch sechs Jordan-Mai-Schüler in den Nachbau. "Es ist schön, dass die Kinder das, was sie zuvor nur auf Bildern gesehen haben, nun mit einer Person verbinden können", freut sich Thilo Esser über den Besuch des Misereor-Gastes.

Und wie leben die Kinder in Nairobi? "Die armen Familien haben zu wenig Geld, als dass die Kinder lange Zeit zur Schule gehen könnten", erklärt Father John. Mit etwa 13 Jahren müssten sie häufig schon arbeiten gehen, um die Eltern finanziell zu unterstützen. Welche Arbeit erwartet sie? "In Nairobi gibt es neben den vielen armen auch sehr reiche Menschen – teilweise reicher als in Deutschland", berichtet der Misereor-Gast. Zum großen Teil seien diese Reichen sehr egoistisch und würden die Kinder als billige Arbeitskräfte ausnutzen, so Father John.

Die Schüler der Jordan-Mai-Schule zeigen sich betroffen von diesen Lebensverhältnissen in Nairobi. "Die Reichen sollten ihnen etwas abgeben. Sie haben doch genug", empört sich Sascha. Von Father John erfahren die jungen Zuhörer, dass oft kein Geld da ist für ausreichend Nahrung, geschweige denn für Arztbesuche. Die Ärmsten müssten den Müll durchsuchen, und ihre Funde anschließend für einen Hungerlohn an Händler weiterverkaufen. "Die Menschen in Nairobi sollen auch so gut leben können wie wir", wünscht sich deshalb Vanessa – ganz im Sinne des Mottos der diesjährigen Misereor-Fastenaktion: "Menschenwürdig leben. Überall!"

Neben dem Leben der Menschen in Nairobis Armenviertel Korogocho, erfahren die Schüler auch etwas zur Person des Misereor-Gastes: dass er 37 Jahre alt ist, dass er vier Geschwister hat und dass er zum ersten Mal in Deutschland, sogar zum ersten Mal in Europa ist. Und schließlich: "I hope to learn German", scherzt Father John – der die ganze Zeit über eine Dolmetscherin an seiner Seite hat. Das Gespräch endet mit dem Lied "Komm, bau ein Haus", das die Schüler dem Besucher vorsingen. Als Geschenk überreicht Schulleiter Michael Brieler dem Gast einen Anstecker – den "Engel der Kulturen" –, auf dem ein christliches Kreuz, ein Davidstern und ein Halbmond eingeprägt sind. "Das ist ein Symbol für den interkulturellen Dialog und für Mitmenschlichkeit. Und genau dafür steht auch unsere Schule", so Brieler abschließend. (tmg)

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