von Thomas Rünker

"Mehr Wertschätzung für das Messdiener-Ehrenamt"

Kaplan Sven Christer Scholven will als neuer Referent für die 7800 Ministranten im Bistum Essen Kinder und Jugendliche bei ihrem Dienst am Altar unterstützen. Er selbst kam erst als Student zu den Messdienern.

Kaplan Sven Christer Scholven ist der neue Messdiener-Referent im Ruhrbistum

Rund 7800 Messdienerinnen und Messdiener gibt es im Bistum Essen. Das hat die jüngste Zählung der Mädchen und Jungen ergeben, die in den Gottesdiensten der 42 Pfarreien des Ruhrbistums ihren Dienst versehen. 54% der Messdiener sind weiblich, 46% männlich – und für sie alle ist seit Anfang des Jahres Sven Christer Scholven zuständig. Der junge Kaplan, der im Moment noch in Hattingen zuhause ist, ist der neue Referent für die Messdiener im Bistums Essen.

Erst als Erwachsener Messdiener geworden

Dabei ist Scholven anders als die meisten Messdiener nicht schon als Kind kurz nach der Erstkommunion zum Dienst am Altar gekommen. „Messdiener bin ich erst als Erwachsener geworden“, erzählt er. Erst während des Jura-Studiums an der Bochumer Ruhr-Universität hat Scholven engeren Kontakt zu einer katholischen Gemeinde gefunden, dort im Kirchenchor gesungen und immer häufiger den Gottesdiensten besucht. „Irgendwann hat man mich dann gefragt, ob ich nicht auch Messdiener werden möchte.“ Und noch einige Zeit später ist aus dem Engagement in der Gemeinde und der immer engeren Verbindung zum Glauben die Idee entstanden, statt Jurist Priester zu werden.

„Unsere Strukturen verändern sich“

Vielleicht ist es dieser in der kirchlichen Jugendarbeit eher ungewöhnliche Werdegang, der den 37-Jährigen mit einem besonders wachen Blick auf die sich wandelnde Situation für die Messdiener im Ruhrbistum schauen lässt. „Unser Strukturen verändern sich – und da frage ich, was ein Messdiener-Referent für die Messdiener tun kann“, beschreibt Scholven seine neue Aufgabe. So hätten Ministranten in den großen Pfarreien des Ruhrbistums mit mehreren Kirchen und Geistlichen oft mit wechselnden Priestern im Gottesdienst zu tun. Hier möchte Scholven seine Priesterkollegen zum Beispiel dafür sensibilisieren, dass den Messdienern in einer Kirche einheitliche Standards im Messablauf – über die katholische Liturgie hinaus – den Dienst erleichtern. Aber auch die Gemeinden sieht er in der Pflicht. „Ich möchte für mehr Wertschätzung für das Ehrenamt der Messdiener werben“, sagt Scholven. So gebe es in jeder Gemeinde beliebtere und unbeliebtere Gottesdienstzeiten – aber stets die Erwartung der Gemeinde, dass Ministranten dem Priester assistieren. „In einigen Gemeinden übernehmen etwa frühmorgens, abends oder an bestimmten Wochentagen Erwachsenen den Dienst als Messdiener“, nennt Scholven ein Beispiel, um diesem Problem zu begegnen.

Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Fähigkeiten zu entdecken

Überhaupt sei der Dienst als Ministrant „auf keinen Fall nur etwas für Kinder und Jugendliche“, betont Scholven schon aus eigener Erfahrung. Dennoch haben der Messdiener-Referent und sein Team aus Jugendleitern und ehrenamtlich Engagierten in der Ministranten-Pastoral diese Zielgruppe natürlich besonders im Blick. „Wir möchten Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg begleiten“, erklärt der Kaplan. „In einem ganz weiten Sinn“ gehe es dabei auch um Berufung. Nicht primär um die Gewinnung neuer Priester oder Ordensfrauen, sondern darum, Messdienerinnen und Messdienern zu helfen, ihren eigenen Weg, ihre Fähigkeiten und Talente zu entdecken. Andererseits sei es nicht ungewöhnlich, dass junge Leute über den Dienst in der Messe auch ihre Berufung zu einem Amt in der Kirche oder als Priester entdeckten, sagt Scholven. Schließlich gebe es kaum einen Dienst in der Kirche, der derart eng mit dem des Priesters verbunden sei.

Messdiener-Treffpunkt nach der Chrisam-Messe am Essener Dom

Zumindest das Motto der Berufungspastoral im Bistum Essen – „Geht hinaus!“ – macht sich nun auch Messdiener-Referent Scholven zu eigen. „Ich kann meine Arbeit nicht nur am Schreibtisch erledigen“, sagt er und plant, in den kommenden Monaten möglichst viele Messdienerschaften zu treffen. Eine erste Gelegenheit dazu gibt es am Gründonnerstag, 24. März, wenn wieder Hunderte Ministranten aus dem ganzen Ruhrbistum in den Essener Dom kommen werden, um gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Overbeck die Chrisam-Messe zu feiern. Nach der Messe, bei der einmal im Jahr die Heiligen Öle für die Kirchen im Ruhrbistum geweiht werden, treffen sich die Messdiener – je nach Wetter – auf dem Domhof oder in der Aula des Generalvikariats. Da sollte es für den neuen Messdiener-Referenten genügend Gelegenheit geben, neue Kontakte zur Basis zu knüpfen.

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