Mehr Aufnahmeplätze für irakische Flüchtlinge gefordert

Für eine „deutliche Ausweitung des Aufnahmeprogramms für irakische Flüchtlinge“ wirbt der Diözesanadministrator des Bistums Essen, Weihbischof Franz Vorrath.

Weihbischof Vorrath feiert Willkommens-Gottesdienst für chaldäische Christen

Für eine „deutliche Ausweitung des Aufnahmeprogramms für irakische Flüchtlinge“ wirbt der Diözesanadministrator des Bistums Essen, Weihbischof Franz Vorrath. Die katholische Kirche sei der Politik in Deutschland sehr dankbar dafür, dass sie sich so engagiert für die dauerhafte Aufnahme besonders schutzbedürftiger irakischer Flüchtlinge eingesetzt habe, sagte er am Samstagabend, 26. September, im Essener Dom bei einem Willkommens-Gottesdienst für die in Nordrhein-Westfalen aufgenommenen Flüchtlinge aus dem Irak. Dies sei ein hoffnungsvoller erster Schritt, der jedoch bei weitem nicht ausreiche. Vorrath: „Wir glauben, dass Deutschland und die übrigen EU-Staaten ihre Möglichkeiten humanitärer Zuwanderung noch nicht erschöpft haben.“ Der internationale Gottesdienst, zu dem das Bistum Essen und die Caritas eingeladen hatten, wurde von den fremdsprachigen Gemeinden gestaltet und war zugleich Auftakt zur diesjährigen Interkulturellen Woche. Auch NRW-Integrationsminister Armin Laschet feierte den Gottesdienst mit.

Weihbischof Vorrath hatte zuvor allen Verantwortlichen aus Kirche und Caritas sowie aus dem Land und den Kommunen gedankt, die gemeinsam viele praktische Hilfen für die Flüchtlinge organisiert haben. Allein im Bistum Essen gebe es 22 fremdsprachige Gemeinden, die sonntags in 15 verschiedenen Muttersprachen die heilige Messe feierten. „In dieser Vielfalt des Katholischen sind Sie uns mit ihrer chaldäischen Tradition, die bis in die Zeit der Apostel zurückreicht, und ihrem eigenen Ritus, der die Sprache Jesu bewahrt hat, herzlich willkommen, wandte sich Vorrath an die irakischen Christen.

In seiner Predigt wies der Weihbischof darauf hin, dass „Vielfalt und Ver-schiedenheit ein Grundprinzip der Schöpfung Gottes“ sei. „Es widerspricht daher dem christlichen Menschenbild, zu glauben, man würde seine Identität am besten bewahren, wenn man sich abkapselt und von anderen fernhält“, so Vorrath weiter. „Als Menschen werden wir unserer Bestimmung und als Christen unserer Berufung gerade dann gerecht, wenn wir die Begegnung und den Dialog suchen, mit anderen Kulturen und auch mit den Gläubigen anderer Religionen.“ Der gesellschaftliche Friede in diesem Land hänge auch davon ab, dass die Menschen das Miteinander der Kulturen und Religionen als Gestaltungsaufgabe verstehen. Christen hätten daher die Aufgabe, deutlich zu machen, dass sich die Mühe der Verständigung gerade mit dem Anderen, dem Fremden lohne, dass Leben und Verschiedenheit gelingen könne.

Bei einem anschließenden Empfang in der Aula des Bischöflichen Generalvikariates hob NRW-Integrationsminister Armin Laschet hervor, dass gerade die Kirchen in der Vergangenheit einen wesent-lichen Anteil daran gehabt hätten, dass sich die Integrationspolitik weiterentwickelt hätte. Laschet: „Es ist schön zu sehen, wie herzlich die irakischen Flüchtlinge aufgenommen und bei ihrem Start ins neue Leben unterstützt werden. Hier wird die Willkommenskultur, die Deutschland braucht, gelebt!“. Gerade für Menschen mit traumatischen Erlebnissen sei es wichtig, eine neue Heimat zu finden, die ihnen Sicherheit gibt, und in der sie sich wohlfühlen, so der Minister weiter. Deutschland setze alles daran, dies möglich zu machen.

Der Essener Sozialdezernent Peter Renzel dankte für die enge und gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, den Flüchtlingen die Aufnahme in der Stadt Essen zu erleichtern. Auf diese Weise sei es gelungen, „die Willkommenskultur mit Leben zu füllen“, so Renzel. Inzwischen hätten viele der irakischen Flüchtlinge bereits eigene Wohnungen bezogen, besuchten die Kinder und Jugendliche Essener Schulen oder haben junge Erwachsene ein Studium aufgenommen.

Rudi Löffelsend, Leiter der Stabsstelle Auslandshilfe beim Caritas-verband für das Bistum Essen, nannte die Zusammenarbeit mit der Stadt Essen „beispielhaft“. Die Bereitschaft der Stadt und ihrer Ämter zu helfen, sei sehr groß und das mache Mut. Löffelsend: „Es geht um ein Umdenken nach über 30 Jahren fehlgeleiteter Integrationspolitik.“ Deshalb freue er sich, dass der von Minister Laschet aufgezeigte Weg der Willkommenskultur fortgesetzt werden solle.“(ul)

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