„Mehr Anerkennung für Erzieherinnen und Erzieher!“

Mit einem hohen Ressourceneinsatz hat der KiTa Zweckverband im Bistum Essen seit August 2012 377 zusätzliche U3-Plätze bereitgestellt. Damit stieg die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren auf insgesamt 1.584. Die Last des U3-Ausbaus tragen nach Ansicht von Geschäftsführer Peter Wenzel vor allem die pädagogischen Fachkräfte.


KiTa Zweckverband schuf 377 zusätzliche Plätze für U3-Betreuung

Als „großen Kraftakt“ bezeichnet Peter Wenzel, Geschäftsführer des Zweckverbandes Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen (KiTa Zweckverband), die Bemühungen, die im vergangenen Jahr mit dem Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren verbunden waren. „Eine schöne Sinfonie hat die Politik da komponiert. Aber wie schwierig die Musik für die Kindertageseinrichtungen zu spielen war, hat kaum jemanden interessiert“, kritisiert Wenzel. Mit einem hohen Ressourceneinsatz konnte der Verband seit August 2012 insgesamt 377 zusätzliche U3-Plätze bereitstellen. Damit stieg die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren auf insgesamt 1.584 – das sind rund 10 % aller Mädchen und Jungen, die in den Einrichtungen des KiTa Zweckverbands betreut werden.

„Während die einen – egal welchem parteipolitischen Lager sie angehören – nun durch die gesamte Republik ziehen und die Lorbeeren für das Erreichen der Bedarfsdeckungsquote ernten, geht für die anderen die Arbeit erst richtig los bzw. weiter.“ Die Arbeit mit kleinen Kindern erfordere gerade in den ersten Jahren ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen und verlange von den pädagogischen Fachkräften eine starke Flexibilität und Motivation, erklärt Wenzel. Auch die körperliche Belastung sei in der Betreuung von U3-Kindern durch das viele Heben und Bücken besonders groß. „Ich wünsche mir weniger gegenseitiges Schulterklopfen einzelner Politikerinnen und Politiker, stattdessen endlich mehr Anerkennung für die Erzieherinnen und Erzieher.“


Die Last tragen die pädagogischen Fachkräfte

Die Last des U3-Ausbaus tragen vor allem tagtäglich die pädagogischen Fachkräfte, so Wenzel weiter. „Sie haben in den vergangenen Monaten Nerven bewiesen.“ Denn der Weg bis zur Aufnahme von Kindern unter drei Jahren sei in der Regel lang und mit einem hohen Aufwand verbunden. Diverse Anträge müssen gestellt und Nachweise erbracht werden. Umbaumaßnahmen werden meistens während des laufenden Betriebs durchgeführt und schränken den Handlungsspielraum enorm ein: Lärm, Staub und abgesperrte Bewegungsflächen erschweren den KiTa-Alltag. Auch das pädagogische Konzept muss ergänzt werden. Die Erzieherinnen und Erzieher müssen sich entsprechend weiterqualifizieren.

Doch mit Beginn des Rechtsanspruchs dürfe man laut Wenzel nicht die Hände in den Schoß legen. „Wir sind auf einem guten Weg, doch die U3-Betreuung bleibt eine gesellschaftspolitische Baustelle“, mahnt der Geschäftsführer des KiTa Zweckverbands. Als gravierendes Problem stellten sich bei der Realisierung von Baumaßnahmen die häufig viel zu eng bemessenen Bewilligungszeiträume heraus. Da zwischen dem Eingang des Bewilligungsbescheids und dem Ende des Bewilligungszeitraums oftmals nur wenige Monate verbleiben, sei eine fristgerechte Durchführung kaum möglich.


Kindpauschalen reichen nicht

Dringenden Handlungsbedarf sieht Peter Wenzel auch im Hinblick auf das Kinderbildungsgesetz (KiBiz). „Die Kindpauschalen sind finanziell nicht auskömmlich. Um handlungsfähig zu bleiben und die Qualität in Kindertageseinrichtungen weiterhin sicherstellen zu können, muss es schleunigst eine längst überfällige Anpassung geben.“ Bundesfamilienministerin Kristina Schröder versprach im Juli 2013, „dass der Bund sein finanzielles Engagement auch nach dem 1. August 2013 nicht einstelle.“ Darauf hofft auch der KiTa Zweckverband. Die Politik müsse die Bedeutung der Elementarpädagogik erkennen und sehen, dass im frühen Kindesalter das Fundament für eine gelingende Bildungsbiografie gelegt wird, so Wenzel weiter. „Hier geht es nicht um elementarpädagogische Sozialromantik, sondern schlicht um ökonomische Vernunft.“

Beim U3-Ausbau habe sich die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunen überwiegend als sehr positiv erwiesen, so Wenzel weiter. „Im Hinblick auf die Bedarfsplanung hat man sich konstruktiv ausgetauscht und stets versucht, gemeinsame Lösungen zu finden, um ausreichend Plätze für Kinder unter drei Jahren bereitstellen zu können.“ (Kita Zweckverband/do)

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