Medienforum im Bistum Essen: "Franziskus unter Wölfen" mit Marco Politi

Eine Lesung über den Papst und seine Feinde am Mittwoch, 20. Januar, um 19.30 Uhr. Drei Fragen an den Journalisten und Vatikan-Insider Marco Politi.

Eine Lesung im Medienforum über den Papst und seine Feinde am Mittwoch, 20. Januar, um 19.30 Uhr. Drei Fragen an den Journalisten und Vatikan-Insider Marco Politi. 

Marco Politi (68) ist einer der profiliertesten Vatikanjournalisten. Im Jahr 2015 hat er in seinem Buch „Franziskus unter Wölfen. Der Papst und seine Feinde“ den von Papst Franziskus begonnenen Reformprozess der katholischen Kirche und die an „Hochverrat“ grenzenden Gegenreaktionen seiner Gegner analysiert. Drei Fragen an Marco Politi:

Wer sind die Feinde von Papst Franziskus?

Marco Politi: Wir befinden uns in einer heiklen Übergangsphase dieses Pontifikates. Die Familiensynode im Oktober 2015 in Rom hat gezeigt, dass die Hälfte der Versammelten die Reform des Papstes nicht mitträgt. Die Traditionalisten mobilisieren sich: Mitarbeiter der Kurie haben das letzte Minimum an Loyalität verloren, wenn sie – wie im jüngsten Vatileaks-Skandal – heimlich mitgeschnittene Sprachaufnahmen des Papstes an die Öffentlichkeit geben oder Passwörter zu geheimen Datenbanken weiterleiten.

Hat der Erneuerungsprozess der Kirche im deutschsprachigen Raum – auch das Zukunftsbild im Bistum Essen – eine Chance, wenn die katholische Kirche in anderen Ländern Reformen blockiert?

Marco Politi: Zum Glück ist die Dezentralisierung ein Schwerpunkt des Regierungsprogramms von Papst Franziskus. Die Bischöfe im deutschsprachigen Raum stehen größtenteils an der Spitze seiner Reformbewegung, und der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ist ihnen ein großes Anliegen. Hier gibt der Papst den Bischöfen mehr Handlungsfreiheit: Die Entscheidung über die Nichtigkeitserklärung einer Ehe hat der Papst bereits in die Hand der Ortsbischöfe gelegt. Denkbar ist, dass Franziskus auch den Beichtvätern mehr Befugnisse gibt, entsprechend den Entscheidungen ihres Bischofs den Betroffenen die volle Teilnahme am kirchlichen Leben zu ermöglichen.

Sie gelten als einer der bekanntesten Vatikan-Journalisten. Warum interessieren Sie selbst sich so stark für Papst und Kurie?

Marco Politi: Das war Zufall. Als ich Anfang der 70er Jahre für „Il Messaggero“ arbeitete, wurde dessen damaliger erfahrener Vatikan-Korrespondent auf Betreiben der Kurie abgelöst. Der Chefredakteur wünschte sich eine frische, kritische Berichterstattung und sagte mir jungem Journalisten: „Ab morgen machst du den Vatikan.“ In den Folgejahren wurde die Kirche sehr politisch: italienische Scheidungsgesetze, lateinamerikanische Befreiungstheologie, dann die Wahl von Karol Wojtyla zum Papst Johannes Paul II. und die Öffnung Osteuropas – das hat mich alles sehr interessiert.

„Franziskus unter Wölfen – Der Papst und seine Feinde“

Mittwoch, 20. Januar 2016, 19.30 Uhr

Medienforum des Bistums Essen, Zwölfling 14

Einlass ist um 19 Uhr. Der Abend wird durch die Pax-Bank gefördert. Karten zum Preis von 13 Euro sind im Vorverkauf im Medienforum oder an der Abendkasse zu erwerben, sofern die Veranstaltung nicht ausverkauft ist. (cs)

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