Manager ziehen keine Konsequenzen

Der Bochumer Sozialethiker Professor Dr. Joachim Wiemeyer hat die Proteste von Aufsichtsratschefs deutscher Großkonzerne gegen eine Regulierung von Managergehältern kritisiert.

Bochumer Sozialethiker kritisiert Unternehmenschefs

Der Bochumer Sozialethiker Professor Dr. Joachim Wiemeyer hat die Proteste von Aufsichtsratschefs deutscher Großkonzerne gegen eine Regulierung von Managergehältern kritisiert. "Die Spitzen der deutschen Wirtschaft haben offensichtlich bis heute keine Konsequenzen aus der Wirtschafts- und Finanzkrise gezogen", sagte er in Bochum. Da eine freiwillige Selbstkontrolle der Wirtschaft unzureichend geblieben sei, trete der Gesetzgeber zu Recht auf den Plan. Die Bundesregierung hatte sich auf neue Regeln für Managergehälter geeinigt. Danach soll die Vergütung bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekürzt werden können. Für zu hohe Zahlungen sollen die Aufsichtsräte haften.

Der Protest der Unternehmensführer dagegen zeige, dass "die wirtschaftlichen Eliten ihre Bringschuld noch nicht hinreichend erfasst" hätten, so Wiemeyer. Der Theologe kritisierte, dass die bisherigen stark auf Gewinnanreize bezogenen Vergütungssysteme einer kurzfristigen Orientierung und spekulativem Verhalten Vorschub leisteten. Vergangene Woche hatten sich zwölf Unternehmenschefs in einem Protestbrief an die Koalitionsspitzen gegen gesetzliche Verschärfungen ausgesprochen.

Wiemeyer empfahl, für Führungspositionen Kandidaten zu finden, "die über hinreichendes gesellschaftliches Gespür und gefestigte ethische Wertvorstellungen" im Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartner verfügten. Voraussetzung für erfolgreiches Wirtschaften sei, "dass sich alle Mitarbeiter eines Unternehmens mit diesem identifizieren können". Krasse Gehaltsdifferenzen innerhalb einer Belegschaft stünden dem eher entgegen. (KNA)

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