Leuchtende Augen bei syrischen Flüchtlingskindern

Sie fliehen, um ihr nacktes Leben zu retten. Allein im Camp Domiz im Nordirak, wo die Caritas im Ruhrbistum gemeinsam mit der Deichmann-Stiftung nach Kräften hilft, ist die Zahl der syrischen Flüchtlinge in kurzer Zeit auf rund 60.000 angewachsen. Vor allem Familien mit Kindern gilt die "Überlebenshilfe".



Caritas und Deichmann-Stiftung helfen im Nordirak

Der Strom der Menschen, die vor dem blutigen Krieg in Syrien fliehen, die Hab und Gut zurücklassen, um ihr Leben zu retten, reißt nicht ab. Das bestätigt Rudi Löffelsend, bis 2010 Leiter der Stabstelle Auslandshilfe und Öffentlichkeitsarbeit bei der Caritas im Ruhrbistum. „Mittlerweile ist die Zahl der Flüchtlinge, die im Camp Domiz bei Dohuk im Nordirak auf rund 60.000 angewachsen, im November vergangen Jahres waren es 35.000“, so Löffelsend. Seit August bemüht sich die Caritas im Ruhrbistum, den Menschen in diesem Camp so gut es geht zu helfen, mit eigenen Spendenmitteln und mit großzügiger Unterstützung der Deichmann-Stiftung.

Aufgrund des nicht abreißenden Flüchtlingsstroms – so berichtet Löffelsend – habe die Regierung der „Autonomen Region Kurdistan“ im Irak damit begonnen, zwei weitere Lager zu errichten. „Der kälteste Winter seit Jahren erschwert zusätzlich die Lage für die Menschen. Kälte, Schnee, Matsch und Erkältungskrankheiten haben ihnen schwer zugesetzt“, so Löffelsend. Für ihn sind solche Hiobsbotschaften erst recht ein Grund, die Hilfe weiter zu intensivieren. „Wir können die Flüchtlinge mit ihrem Schicksal nicht alleine lassen“, betont der Essener. Und eine Entspannung der Lage sei nicht in Sicht.

Vor dem letzten Weihnachtsfest konnten im Camp Domiz zwei Lastwagenladungen mit Winterkleidung, Baby- und Hygieneartikeln verteilt werden. Gekauft wurden die Hilfsgüter im Irak. Weitere 5.000 Geschenkpäckchen für Kinder sorgten zum Jahreswechsel für leuchtende Augen bei Schulkindern. Und in jedem Päckchen steckte eine Grußkarte: „Weihnachtsgrüße von den deutschen Kindern an die syrischen Kinder“, das war die Botschaft. „Diese Geste sollte den Flüchtlingskindern zeigen, dass sie nicht vergessen werden“, so Löffelsend.


Odyssee von 700 Deichmann-Paketen nahm gutes Ende

Dass der Weg von Hilfsgütern manchmal auch mit großen Hindernissen „gepflastert“ sein kann, auch diese Erfahrung machte die Caritas im Ruhrbistum. Denn der Transport für rund 700 Pakete, die vor Weihnachten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deichmann-Zentrale für syrische Flüchtlinge gepackt worden waren, wurde zu einer Odyssee. Ein Lkw wurde geordert, doch dieser erreichte das Zentrallager nicht mehr rechtzeitig. Außerdem hatte die Zollbehörde schon geschlossen. Umgeladen werden konnten die Pakete also erst nach Neujahr. „Der strenge Winter machte eine Tour durch den Balkan unmöglich“, berichtet Löffelsend.
Also ging die Tour erst nach Italien, um anschließend mit einer Fähre den Weg in die Türkei fortzusetzen. „Doch die Fähren waren für die nächsten drei Wochen ausgebucht“, so Löffelsend. Also warten. Dann ging es endlich weiter. In der Türkei angekommen, war es noch ein weiter Landweg bis zur irakischen Grenze. Aber auch dort musste der Lkw aus Deutschland einige Tage auf die Abfertigung warten. Doch dann hatte die abenteuerliche Odyssee ein Ende. „Diese Päckchen wurden diesmal an Kinder von Flüchtlingsfamilien verteilt, die nicht im Camp leben, sondern außerhalb untergekommen sind“, erklärt Rudi Löffelsend. Damit es bei der Verteilung gerecht zugeht, wurde sogar ein Komitee unter Vorsitz von Shwan M. Taha, dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des irakischen Parlamentes, gegründet. Der Politiker betonte, dass diese Päckchen „besonders wichtig“ seien, „um zu zeigen, dass die Flüchtlinge von der Welt nicht vergessen werden“.


Spenden werden weiterhin dringend erbeten:
Stichwort: „Syrische Flüchtlinge“
Spendenkonto 14 400 (Caritasverband für das Bistum Essen e.V.)
bei der Bank im Bistum Essen, BLZ 360 602 95.

Weitere Informationen bei Rudi Löffelsend, Tel.: 0171-835187. (do)

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