„Lebendige Kirche unter veränderten Bedingungen“

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat die Katholiken des Ruhrbistums aufgerufen, sich aktiv am Dialogprozess „Zukunft auf katholisch“ zu beteiligen. Es gelte Wege zu finden, „wie wir in Zukunft lebendige Kirche unter völlig veränderten Bedingungen sein können“, sagte er zum 1. Januar 2012 anlässlich des 55. Jahrestages der Gründung des Bistums Essen.



Neujahrsbotschaft von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat die Katholiken des Ruhrbistums aufgerufen, sich im neuen Jahr aktiv am Dialogprozess „Zukunft auf katholisch“ zu beteiligen. Ziel sei es, Wege zu finden, „wie wir in Zukunft lebendige Kirche unter völlig veränderten Bedingungen sein können“, sagte der Ruhbischof zum 1. Januar 2012 anlässlich des 55. Jahrestages der Gründung des Bistums Essen.

Bis Mai 2013 sind sechs große Bistumsforen geplant, in denen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Pfarreien und Gemeinden, Verbänden und Gruppen sowie interessierte Katholikinnen und Katholiken zu wichtigen Themen und Fragen der Kirche und des Glaubens austauschen und gemeinsam Ideen und Impulse entwickeln können. Dabei soll auch die Themensammlung der Dialoginitiative des Diözesanrates der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen in den Dialogprozess eingebracht werden. Ergänzend zu den Bistumsforen sind Veranstaltungen zu aktuellen Diskussionen in Theologie und Kirche sowie Gespräche der pastoralen Berufsgruppen geplant.  

„Wir sind eine Kirche und zur Einheit aufgerufen“, betonte Overbeck. Diese Einheit in einer pluralen Welt zu leben und angesichts so vieler suchender Menschen zu realisieren, sei sicher eine große Herausforderung. Zugleich sei die Kirche die Gemeinschaft der Heiligen, so der Ruhrbischof weiter,  die in der Art und Weise ihres Weges und ihrer Auseinandersetzungen deutlich mache, dass sie vom gleichen Glauben und der gleichen inneren Haltung von Vertrauen und Achtung getragen werde. Und sie sei katholisch, das heißt, eine Kirche, die alle Grenzen von Sprachen, Nationen und Kulturen überschreitet. Overbeck: „Die Auseinandersetzungen werden darum oft schwierig, weil bei aller Vielfalt, die bereichern kann, die Bewahrung der Einheit im Blick bleiben muss.“ Darum müsse unterschieden werden zwischen Fragen, „die wir im Bistum Essen klären können und Themen, die wir zwar diskutieren, aber nicht zu entscheiden haben“.

Der Bischof erinnerte zudem daran, dass die Kirche aus dem Zeugnis der Apostel lebe. „Es waren und sind immer Menschen, die durch ihr Leben und ihre Verkündigung bekennen, wie sehr sie innerlich von Gott berührt,verwandelt und erfüllt sind.“ Diese Bereitschaft, vom Glauben zu erzählen und dadurch im Glauben zu wachsen, so Overbeck weiter, gelte es zu fördern. Die Kirche sei kein Verein und keine politische Organisation, sondern eine Glaubens- und Lebensgemeinschaft, bekräftigte er.

Vor dem Bistum Essen liege kein leichter Weg, ist sich der Bischof bewusst. „Ich vertraue darauf, dass viele Menschen den Dialogprozess  ,Zukunft auf katholisch‘ mittragen werden und wir uns in unserem Bistum gemeinsam den Zeichen und der Wirklichkeit unserer Zeit stellen und uns neu orientieren. Unser gemeinsamer Glaube gibt uns Hoffnung und Mut, diesen Weg kraftvoll anzugehen.“(ul)

Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen

0201/2204-266

0201/2204-507

presse@bistum-essen.de

Presse