Land- und Forstwirte aus der Region feiern Erntedank im Dom

Gottesdienst mit Jagdhornbläsern. Dekoration mit Feldfrüchten aus der Region. Bischof Overbeck fordert zum Erntedankfest höhere Wertschätzung für Arbeit der Bauern und einen Dialog über die Landwirtschaft der Zukunft.

Auch Äpfel, Möhren und Kohlrabi am Altar

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher feierten am Samstagabend mit dem Rat für Land- und Forstwirtschaft im Bistum Essen den traditionellen Erntedank-Gottesdienst im Essener Dom. Weihbischof em. Franz Grave und Domzeremoniar Dr. Michael Dörnemann zelebrierte die Messe, die musikalisch von einem Jagdhornbläser-Ensemble aus Düsseldorf und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing begleitet wurde. Mit Kürbissen, Salat, Getreide und vielen anderen Früchten von Feld und Acker hatten die Land- und Forstwirte die Altarstufen dekoriert – zudem brachten sie in diesem Gottesdienst neben Brot und Wein auch Äpfel, Trauben, Möhren und Kohlrabi zum Altar. Nach dem Gottesdienst feierten die Land- und Forstwirte mit den Gottesdienst-Besuchern im Atrium des Doms bei Kerzenschein und einem Imbiss mit besten Produkten aus der Landwirtschaft der Region.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck in einer gemeinsamen Erklärung aller nordrhein-westfälischen Bistümer und Landeskirchen zum Erntedankfest für mehr Respekt für die Landwirte ausgesprochen und das Fest in den Kontext der aktuellen Flüchtlingskrise gestellt. „Durch die Arbeit Vieler und mit dem Segen Gottes wird auch im nächsten Jahr das täglich Brot für alle Menschen in diesem Lande gesichert sein.“ Gleichzeitig heißt es in der Erklärung: „Auf der Flucht vor Terror, Tod und Elend strömen die Verzweifelten aus vielen Staaten auch zu uns. Unser Staat, unsere Gesellschaft und jeder Einzelne von uns werden auf eine Probe gestellt. Wie können wir helfen? Und wie viel sind wir bereit zu teilen in einem Land, wo gute und sichere Ernten der Normalfall sind?“ Der Zustrom von Flüchtlingen werde die Gesellschaft verändern. „Wir bemühen uns, die Menschen willkommen zu heißen und wollen die damit verbundenen Herausforderungen meistern.“

Auch auf die Diskussion um die Landwirtschaft der Zukunft macht die Erklärung aufmerksam. Die Debatte um die Ausrichtung der heimischen Landwirtschaft sei oft wenig friedfertig und zu oft ohne Verständnis für die Sicht des Anderen. Viele Bauern feierten Erntedank, aber nur wenige spürten den Dank für ihre Arbeit in einer Gesellschaft, „in der preiswerte Nahrungsmittel für normal gehalten werden und vorschnelle Kritik an „der Landwirtschaft“ zum Teil zu einer Mode geworden ist.“ Die Landwirtschaft müsse sich andererseits stärker als bisher berechtigten Fragen aus der Gesellschaft stellen: „Was verstehen wir unter einer tiergerechten Nutztierhaltung? Was ist eine umweltverträgliche Landwirtschaft?“ (tr)

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