Kritik an der Stellungnahme des Ethikrates – Babyklappen sind nicht verzichtbar

Babyklappen sind nach Ansicht des Diözesanrates der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen unverzichtbar. Mit einer Stellungnahme reagiert er auf die Positionsbestimmung des Deutschen Ethikrates zum „Problem der anonymen Kindesabgabe“.

Stellungnahme des Diözesanrats der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen zur Positionsbestimmung des Deutschen Ethikrates zum „Problem der anonymen Kindesabgabe“

Der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen übt deutliche Kritik an der gestern veröffentlichten Stellungnahme des Ethikrates. „Positiv nehmen wir zur Kenntnis, dass der Ethikrat sich des Themas so umfassend angenommen hat und bessere Bedingungen für die vertrauliche Kindesabgabe fordert“, so Björn Enno Hermans, Mitglied im Vorstand des Diözesanrates und Vorsitzender des Sachausschusses „Familie“. „Das macht aber in keinem Fall sog. Babyklappen als ultima ratio verzichtbar“, heißt es weiter.

„Die vom Ethikrat geforderten Angebote sind alle vorhanden und weithin bekannt und auch ein Ausbau wird nicht ausreichen, um wirklich alle schwangeren Frauen in Not- und Krisensituationen zu erreichen. So gibt es zahlreiche Schwangerenberatungsstellen im Bistum Essen, aber eben auch bereits geforderte Nottelefone mit 24-Stunden-Erreichbarkeit und ein Netz an Mutter-Kind-Einrichtungen.“ Trotzdem werden immer wieder Babys in den sog. Babyklappen und Babyfenstern abgegeben, acht bisher in Duisburg und elf in Essen.

„Ich halte die Aussage, dass nicht wahrscheinlich sei, dass solche Einrichtungen Leben retten, für gefährlich“, so Diplom-Psychologe Hermans. „Die Datenlage dazu ist viel zu dünn und zu wenig valide, um eine solche Aussage verantwortlich treffen zu können, vor allem wenn man die weitreichenden Folgen bedenkt. Auch für uns als Diözesanrat ist das Recht eines Menschen auf die Kenntnis der eigenen Identität ein hohes Gut und mit vielfältigen Angeboten im kirchlichen Bereich wird das Mögliche dafür geleistet, dies auch sicher zu stellen. Dennoch darf  in absoluten Ausnahmesituationen damit das Recht auf Leben nicht in Frage gestellt werden. Deshalb brauchen wir neben allen weiteren Angeboten und zukünftig ggf. besseren Bedingungen für die vertrauliche Kindesabgabe auch weiterhin Babyklappen und Babyfenster.“ Daher fordert der Diözesanrat den Gesetzgeber auf, dies in seinen weiteren Entscheidungsfindungen zu berücksichtigen.

Für den Diözesanrat:
Marlies Schröder , Vorsitzende des Diözesanrates
Luidger Wolterhoff, Vorsitzender des Diözesanrates

Björn Enno Hermans, Mitglied im Vorstand des Diözesanrates
Vorsitzender des Sachausschusses "Familie"

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