von Thomas Rünker

Krakau in euphorischer Ausgelassenheit

In Krakau haben mehrere Hunderttausend junge Leute den 31. Weltjugendtag mit einem großen Freiluftgottesdienst begonnen. Auch Bischof Overbeck und rund 120 Jugendliche aus dem Ruhrbistum sind mit dabei. Erschütterung über Geiselnahme in Frankreich. Hohes Sicherheitsaufgebot.

Alles dreht sich um Barmherzigkeit

Mit einem Freiluft-Gottesdienst auf einer großen Wiese am Rande des Stadtzentrums von Krakau haben am Dienstagabend mehrere Hunderttausend junge Leute aus aller Welt den 31. Weltjugendtag (WJT) eröffnet. Schon seit Montag hatten sie die südpolnische Metropole bevölkert und die historische Altstadt singend, tanzend und Fahnen schwingend in einen ausgelassen-euphorischen Ausnahmezustand versetzt. In den kommenden Tagen werden in Krakau knapp 360.000 Dauerteilnehmer und zahlreiche Tagesgäste gemeinsam beten und feiern – beim Abschlussgottesdienst am Sonntag mit Papst Franziskus werden bis zu zwei Millionen Besucher erwartet. Der Papst wird bereits ab Mittwochnachmittag in Krakau sein. Er hat für das Treffen in der Heimatstadt seines Vorvorgängers Johannes Paul II. das Thema Barmherzigkeit in den Mittelpunkt gestellt. „Wir spüren gerade, wie aktuell diese Botschaft ist“, sagte der deutsche Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann am Mittag mit Blick auf die Amokläufe und Terroranschläge der vergangenen Tage. Von der Geiselnahme in einer Kirche in Nordfrankreich, bei der am Dienstagvormittag ein Priester getötet und eine weitere Geisel lebensgefährlich verletzt worden war, zeigten sich nicht nur französische WJT-Teilnehmer erschüttert. Zudem ist bei der Großveranstaltung in Krakau ein massives Sicherheitsaufgebot von Polizei und Militär unübersehbar.

Rund 120 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Ruhrbistum

Beim großen Glaubensfest in Krakau sind auch rund 120 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Ruhrgebiet und dem Märkischen Sauerland mit dabei. Bevor sie am Montagabend nach Krakau kamen, waren sie bereits einige Tage im Essener Partnerbistum Kattowitz zu Gast. Bei „Tagen der Begegnung“ im südpolnischen Wodzislaw Slaski haben sie in Gastfamilien gelebt und zusammen mit einheimischen Jugendlichen und WJT-Teilnehmern aus aller Welt polnische Kultur erlebt und gemeinsame Gottesdienste gefeiert. „Wir haben dort eine unglaubliche Gastfreundschaft erfahren“, schwärmt der Essener Christian Toussaint: „Morgens gab es erstmal ein enormes Frühstück – und nach den warmen Würstchen wurde noch Torte aufgetischt.“

Erinnerungen an die „Tage der Begegnung“ 2005 im Bistum Essen

Die Gastgeber in Wodzislaw Slaski hätten ein buntes Begegnungs- und Sightseeing-Programm zusammengestellt – so wie 2005 die Gemeinden im Ruhrbistum, als vor dem Kölner Weltjugendtag auch an Rhein, Ruhr und Lenne Tausende Jugendliche aus aller Welt zu Gast gewesen seien, so Toussaint. Im Erzbistum Kattowitz seien gerade die kulturellen Angebote und die gemeinsamen Gottesdienste mit den polnischen Jugendlichen sehr beeindruckend gewesen.

Bezug zu Johannes Paul II.

Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck wird in der zweiten Wochenhälfte beim Weltjugendtag dabei sein und dann auch zwei Katechesen halten. Diese Glaubensgespräche, bei denen jeweils ein Bibelzitat im Mittelpunkt steht, bestimmen bis Freitag jeweils die Vormittage der Weltjugendtags-Teilnehmer. Auch hier wird es immer wieder um das Thema Barmherzigkeit gehen – oft mit Bezug auf den früheren Krakauer Erzbischof Johannes Paul II. Er gilt nicht nur als Erfinder der Weltjugendtage, sondern auch als der Papst, der in seinem langen Pontifikat die Christen immer wieder zu barmherzigen Handeln und tätiger Nächstenliebe aufgerufen hat.

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