„Kontakte und Besuche stärken uns“

Kardinal Vinko Puljic, Sarajevo, und Bischof Dr. Franjo Komarica, Banja Luka, werden 2012 zur Feier des 20-jährigen Bestehens der Bosnienhilfe nach Duisburg kommen. Diese Zusage machten sie Heribert Hölz, dem Initiator und Motor der Bosnienhilfe der Duisburger Caritas, der jetzt zum 72. Mal das Balkanland besuchte.


Kardinal Puljić und Bischof Komarica kommen zum Jubiläum der Caritas-Bosnienhilfe nach Duisburg

Hohen Besuch vom Balkan erwartet die Bosnienhilfe der Duisburger Caritas im nächsten Jahr. Kardinal Vinko Puljić, Erzbischof von Sarajevo und Vorsitzender der Bischofskonferenz Bosnien-Herzegowinas, sowie der Bischof der Diözese Banja Luka, Dr. Franjo Komarica, werden 2012 zur Feier des 20-jährigen Bestehens der Bosnienhilfe nach Duisburg kommen. Spontan nahmen sie die Einladung von Heribert Hölz an, die der Initiator und Motor der Bosnienhilfe jetzt auf seiner 72. Reise in das Balkanland ausgesprochen hat.

Kardinal Puljić wird am 3. und 4. März 2012 zu Gast in Duisburg sein, an beiden Tagen in einer rechts- und linksrheinischen Gemeinde einen Gottesdienst feiern und dort auch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer treffen. Bischof Komarica wird am 22./23. September nach Duisburg kommen. „Wir wollen aber nicht nur hier bei uns das Jubiläum feiern, sondern auch in Bosnien“, betonte Hölz bei einem Treffen mit dem Kardinal in Sarajevo. Dazu wolle man alle, die in dem Balkanland mit der Duisburger Bosnien zusammengearbeitet haben, einladen. Am 25. Oktober 2012, dem Sterbetag der seligen Katarina, der letzten Königin von Bosnien  (gestorben 1478), wird in der Kathedrale von Sarajevo ein Festgottesdienst gefeiert. Bei der anschließenden Begegnung in der Theologischen Hochschule der Hauptstadt wird Heribert Hölz eine fünfbändige, rund 2000 Seiten umfassende Pressedokumentation überreichen, in der die 20-jährige Geschichte der Duisburger Bosnienhilfe festgehalten ist.


Noch viel Not in ländlichen Gebieten

„Das Land Bosnien-Herzegowina ist nur schwer zu verstehen“, sagte der Kardinal beim Empfang der Duisburger Gruppe, der neben Ursula Hölz erstmals auch Caritasdirektor Ulrich Fuest und dessen Stellvertreter Thomas Güttner angehörten.  Sarajevo zeige sich zwar wieder mit glasverspiegelten Büros und Hotelbauten als eine Stadt, die den Krieg hinter sich gelassen habe. „Aber auf dem Lande ist noch sehr viel Not“, betont er. Viele Menschen, vor allem die Alten, stünden vor dem Nichts, denn ein staatliches Sozialsystem wie in Westeuropa gebe es nicht.

Auch die Kirche habe der Krieg schwer getroffen. Seine Diözese habe vor 1992 rund 820.000 Katholiken gezählt, jetzt seien es nur noch 450.000. Rund 50 Prozent der Pfarreien seien zerstört worden. Deshalb ist es dem Kardinal wichtig, Pfarreien und Kirchen wieder aufzubauen. „Wo es keine Kirche und keinen Pfarrer gibt, dorthin kehren auch keine Menschen zurück“, gibt er  zu bedenken. Doch staatliche Förderung erhalte die Kirche nicht. Der Krieg sei 1995 zwar durch den Dayton-Vertrag gestoppt worden, doch er habe auch „die ethnische Säuberung gefestigt“. Es sei  wichtig, dass Bosnien ein „echter Staat“ werde. Doch die augenblickliche Situation sei festgefahren Es gebe in der Politik keine gemeinsamen Gesprächsebenen.  Jeder  habe nur seine eigenen Interessen im Blick. Auf die Frage, wie dieser Zustand überwunden werden könne, meinte Kardinal Puljić: „Diejenigen, die Bosnien geteilt haben (gemeint sind die USA, Frankreich und England), müssen auch Bosnien wieder zusammensetzen. Das kann man nicht von innen machen.“

Pessimismus will der Erzbischof nicht verbreiten. „Ein Gläubiger hat immer Hoffnung“, betont er. Wichtig sei für die Kirche in Bosnien, dass sie „Unterstützung von Katholiken aus Europa“ erfahre. „Europa muss uns hier schützen“, so Puljić. Besuche und Kontakte seien sehr wichtig. „Dadurch werden wir gestärkt, hier in Bosnien Kirche zu sein“, betonte der Kardinal, der der  Duisburger Bosnienhilfe, dessen Motor Heribert Hölz und den vielen Helfern für die langen Kontakte und die kontinuierliche Hilfe dankte.

„Wir wollen mit unseren Besuchen und unserer Hilfe zeigen, dass uns die Menschen in Bosnien nicht gleichgültig sind“, unterstrich Hölz. In dieser festgefahrenen Situation „einfach da zu sein“ sei manchmal wichtiger, „als Geld auszupacken“. Hölz: „Wenn das Auto im Schlamm steckt, hilft ein bisschen Schieben.“ (do)

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