Kirchenvertreter beraten über Gottesdienstgestaltung

Rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Pfarreien, Gemeinden und Verbänden kamen zum dritten Treffen des bundesweiten Dialogprozesses in Stuttgart zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage nach einer zeitgemäßen Gestaltung der Liturgie.

Die Frage nach einer zeitgemäßen Gestaltung von Gottesdiensten hat im Mittelpunkt des dritten bundesweiten Dialogtreffens zur Zukunft der katholischen Kirche gestanden. Gefordert wurden dabei lebendige und authentische religiöse Feiern, in denen die Lebenswirklichkeit der Menschen eine Rolle spielt.

Der vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gestartete Dialogprozess ist auf fünf Jahre angelegt. In jedem Jahr findet ein bundesweites Forum statt; das jetzige ist das dritte und bildet somit die Mitte der Veranstaltungsreihe. Dabei diskutierten am Freitag und Samstag in Stuttgart rund 300 Teilnehmer - darunter 35 Bischöfe - über Liturgie. Der Gottesdienst ist nach kirchlicher Lehre einer der drei Grundvollzüge christlichen Lebens.

Zollitsch sieht sich in seiner Dialoginitiative durch Papst Franziskus bestärkt. Der ehemalige Erzbischof von Buenos Aires sei "ein Mann des Dialogs", und es gebe keinen anderen Weg als den des Gesprächs. Zollitsch betonte, es gelte auszuloten, welche Möglichkeiten Liturgie habe, um Aufbruch und Erneuerung des kirchlichen Lebens zu stärken, und wie Liturgie als Ausdruck der Liebe Gottes zu den Menschen wahrgenommen werden könne.

Besorgt zeigte sich Zollitsch über die Gottesdienstbesucherzahlen. In den vergangenen 50 Jahren habe es massive Einbrüche gegeben. Der Erzbischof sprach zugleich die Hoffnung aus, dass es gelingen könne, neu bewusst zu machen, was der Wert des Gottesdienstes sei und dass solche Feiern den Teilnehmenden beschenkten und nicht nur Pflicht seien.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zweifelte am Sinn mancher innerkirchlichen Diskussion. Kleriker könnten sich über die Frage nach der Gebetsrichtung "in Rage reden" und Laien könnten "abendfüllende Diskussionen darüber führen, mit welchen Accessoires Kommunionkindern bestückt" werden müssten oder wie die Redefolge der Honoratioren beim Priesterjubiläumshochamt sei. Overbeck sprach von einer Irrlehre der Inhaltlosigkeit. Er sieht darin eine "Verfehlung des Wesenskerns des Gottesdienstes".

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode betonte die "Berufung aller Getauften zur Teilhabe an der Sendung der Kirche". Er stellte die Frage, wie die Aufgaben in der Liturgie so verteilt werden könnten, dass die Teilhabe von Laien einen entsprechenden Ausdruck findet. Für Bode ist es keine Lösung, "dass ein einzelner Priester immer mehr Messen feiert". Bode plädierte dafür, eine lebendige Gottesdienstkultur zu entwickeln. (kna)

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