Kirchenführer besuchten spirituelle Kulturtankstellen

Sie sind Experten, was Kirchbauten und Kirchenkunst betrifft. Mittlerweile gibt es im Bistum Essen 58 ausgebildete Kirchenführerinnen und Kirchenführer. Bei ihrem letzten Treffen besuchten sie "Spirituelle Kulturtankstellen" im Ruhrbistum.

Weiterbildung und Erfahrungsaustausch stehen bei  den Treffen im Mittelpunkt

Insgesamt 58 „Kirchenführerinnen“ und „Kirchenführer“  haben die Essener Domschatzkammer und die Katholische Akademie „Die Wolfsburg“ seit 2009 ausgebildet. Die Frauen und Männer wurden befähigt, Kirchenbauten und Kirchenkunst theologisch, historisch, kunsthistorisch und spirituell zu erschließen. Regelmäßig gibt es „Tage der Kirchenführer im Bistum Essen“, die der Weiterqualifizierung und dem Austausch untereinander dienen. Jetzt trafen sich 34 der Kirchenführer unter Leitung von Dr. Ina Germes-Dohmen und ihres Kollegen Rainer Teuber, beide Mitarbeiter der Domschatzkammer Essen, erneut, um am Ende des Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010 sechs „Spirituelle Kulturtankstellen“ zu besuchen.

Diese wurden von Führern aus den eigenen Reihen vorgestellt: die Pfarrkirche St. Katharina in Oberhausen, bekannt für ihre Schreiter-Fenster, oder die Kloster- und Wallfahrtskirche in Bochum-Stiepel mit der spätgotischen Stiepeler Pietà. Beide Kirchen können als lebendige Zentren der katholischen Kirche im Ruhrbistum gelten. Es ging auch um Kirchen, die als Gottesdienstraum aufgegeben wurden und auf eine Umnutzung warten – wie Hl. Kreuz in Bottrop oder die gleichnamige Kirche in Gelsenkirchen. Die Bottroper Hl. Kreuz-Kirche, entworfen und erbaut von Rudolf Schwarz und ausgestattet mit einem Fenster von Georg Meistermann, aber auch die Gelsenkirchener Parabelkirche Hl. Kreuz, noch 1997 mit einem Kunstpreis ausgestattet, lösten bei den Besuchern Betroffenheit aus, machten sie doch die Folgen der Umstrukturierung des Bistums Essen an zwei herausragenden Kirchenbauten offensichtlich und greifbar. Das gab Anlass für viel Gesprächsstoff bei den engagierten Christen der Kirchenführerkurse.

Das Schicksal der Umnutzung ist der Heimkehrerdankeskirche in Bochum und der Pax-Christi-Kirche in Essen erspart geblieben. In beiden Filialkirchen wird weiterhin Gottesdienst gefeiert. Beide sind zudem Erinnerungsorte, Mahnmal für Frieden und Versöhnung und Gedenkstätte für alle Opfer von Gewalt. „Obwohl ich aus Essen komme“, so eine der Teilnehmerinnen, „kannte ich die beiden Hl. Kreuz-Kirchen und auch St. Katharina nicht. Das war eine tolle Idee, auf dem Kirchenführertag Kirchen in der Nachbarschaft in den Blick zu nehmen“.

In der Wolfsburg berichteten die Teilnehmer der Exkursion anschließend von ihren Einsätzen als Kirchenführer. Einige konnten von besonderen Angeboten erzählen, von spirituellen Kirchenführungen am Abend oder bis hin zu speziellen Führungen für Eltern und Verwandte von Täuflingen. Andere beklagten, dass sie trotz interessanter und kostenloser Angebote in ihren Gemeinden oder Pfarren nicht zum Zuge kämen, da Pfarrer und hauptamtliche Mitarbeiter ihre Dienste nicht in Anspruch nehmen wollten.

Ein besondere Form der Umsetzung des im Kirchenführerkurs erworbenen Wissens konnte Anke Wolf präsentieren: Sie hat als Gemeindereferentin von St. Gabriel in Duisburg-Neudorf ein Buch geschrieben, das eine „ganz normale“ Kirche als Kirchenraum erschließen und verstehen lehrt. Viele Anregungen konnten die Kollegen und Kolleginnen darin auch für „ihre Kirchen“ finden. (gedo/do)

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