Kirche wichtiger Partner in der Aids-Arbeit

Einrichtungen der Katholischen Kirche sind aus Sicht der Landesregierung wichtige Partner in der Aids-Arbeit. Das betonte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei einem Besuch im Gesprächskreis Kirche und HIV-Aids im Bistum Essen.


NRW-Ministerin Barbara Steffens zu Gast im Gesprächskreis Kirche und HIV/Aids des Bistums Essen

Einrichtungen der Katholischen Kirche sind aus Sicht der Landesregierung wichtige Partner in der Aids-Arbeit. Das betonte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei einem Besuch im Gesprächskreis Kirche und HIV-Aids im Bistum Essen. Insbesondere angesichts der hohen Zahl von Spätdiagnosen dürfe man trotz jahrelanger Bemühungen im Bereich der Aufklärung und Prävention nicht nachlassen. Kirchliche Einrichtungen seien dabei unverzichtbar im Spektrum der Träger, die in der Aids-Arbeit engagiert sind, weil sie bestimmte Gruppen besonders gut erreichen, so die Ministerin. Steffens wies in dem Gespräch, an dem auch Heike Gebhard, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Düsseldorfer Landtag, teilnahm, darauf hin, dass HIV-Positive und Aids-Kranke aus unbegründeter Angst vor Ansteckung nach wie vor ausgegrenzt werden. So sei es für ältere Betroffene nicht leicht, einen Platz in einem Altenheim zu bekommen. Infizierten Kindern würde vielfach die Aufnahme im Kindergarten verwehrt.

Steffens forderte die Katholische Kirche dazu auf, als ein wichtiges Element der Prävention ihre ablehnende Haltung zum Gebrauch von Kondomen „zu überdenken“. Bei den Berichten aus der praktischen Arbeit der Aids-Beratungsstelle der Caritas wurde deutlich, dass zum verantwortlichen Umgang mit Sexualität auch das Wissen über Schutzmöglichkeiten vor Aids gehört. Dies schließe auch das Wissen um den Kondomgebrauch ein, so die Gesprächsteilnehmer.

Aus Sicht von Weihbischof Franz Vorrath, der den Gesprächskreis gemeinsam mit Professor Norbert Brockmeyer vom Bochumer St. Josef-Hospital leitet, verfügt die Katholische Kirche über beste Voraussetzungen für eine integrierte Strategie im Kampf gegen Aids. Damit sei ein Konzept gemeint, in dem Aufklärung, Prävention, Beratung und Behandlung, aber auch ethische Bildung sowie Begleitung in existentiellen und religiösen Fragen eng ineinander greifen. Dazu können nach Ansicht des Weihbischofs nicht nur die konfessionellen Krankenhäuser, die Dienste und Einrichtungen der Caritas im Bereich Beratung, Pflege, Altenhilfe und Sterbebegleitung, sondern auch Pfarreien, Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung einen Beitrag leisten.

Professor Brockmeyer betonte, dass auch aus medizinischer Sicht christliche Werte im Kampf gegen Aids eine große Bedeutung hätten. In der Prävention komme es darauf an, dem Trend entgegenzusteuern, der Gesundheit als Ware betrachtet. Stattdessen müsse die Beziehungsebene stärker in den Blick genommen werden. Nur so seien notwendige Verhaltensänderungen zu erreichen. Die Aids-Arbeit müsse aus der Schmuddelecke herauskommen und den verantwortlichen Umgang miteinander in den Mittelpunkt stellen. Leitbild für den Gesprächskreis des Bistums sei eine „Kultur der Liebe“.

Neben der Arbeit im St. Josef-Hospital, in dem jährlich 1.200 HIV-Patienten ambulant und 152 stationär betreut werden, stellte Ingrid Hafner die Arbeit der Aids-Beratungsstelle des Essener Caritasverbandes vor. Hier werden pro Jahr etwa 150 Klienten betreut. Darüber hinaus sind zwei Mitarbeiter als Youthworker in der Präventionsarbeit tätig. Die Caritas-Aidsberatung führt außerdem zahlreiche Schulungen etwa für Lehrer und Informationsveranstaltungen in Schulen und Jugendzentren durch.

Die Arbeit der Kirche im Bereich HIV/Aids geschehe wie auch bei allen anderen Trägern nicht ohne Voraussetzungen, so betonte Weihbischof Vorrath im Gespräch mit Ministerin Steffens und Heike Gebhard. Sie sei vielmehr dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Wenn die Kirche für klare Normen im Bereich der Sexualität stehen, dürfe dies nicht als Diskriminierung missverstanden werden. Zudem würden diese Normen die Kirche nicht daran hindern, Menschen die von HIV/Aids betroffen sind, auch pastoral zu begleiten. Wie dies konkret geschieht, schilderte Pastor Gerd Wittka, der als Seelsorger die Arbeit der Caritas-Aidsberatung unterstützt.

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