Kirche startet Telefon-Hotline für Missbrauchs-Opfer

Die katholische Kirche hat am Dienstag eine bundesweite kostenfreie Telefon-Hotline für Opfer sexuellen Missbrauchs gestartet. Die Rufnummer ist (08 00) 1 20 10 00. Zu erreichen ist die Hotline dienstags, mittwochs und donnerstags von 13 Uhr bis 20.30 Uhr.

Die katholische Kirche hat am Dienstag eine bundesweite kostenfreie Telefon-Hotline für Opfer sexuellen Missbrauchs gestartet. Die Rufnummer ist (08 00) 1 20 10 00. Zu erreichen ist die Hotline dienstags, mittwochs und donnerstags von 13 Uhr bis 20.30 Uhr. Sie ist besetzt mit Psychologen und Sozialarbeitern. Anrufer können anonym bleiben. Nähere Infos und eine jederzeit erreichbare Online-Beratung gibt es unter www.hilfe-missbrauch.de.

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle, Bischof Stephan Ackermann, betonte vor Journalisten in Trier, mit der Hotline wolle die Kirche die Opfer ermutigen, sich zu melden, gleich ob es sich um verjährte oder um aktuelle Fälle handele. "Wir wollen ansprechbar sein, wollen wissen, was erlitten wurde und den Betroffenen bei der Aufarbeitung beistehen", sagte der Bischof. Die Kirche werde alles ihr Mögliche tun, dass sich sexueller Missbrauch in ihren Einrichtungen nicht wiederhole. An die Täter appellierte Ackermann, sich zu ihren Taten zu bekennen. Nur so öffne sich der Weg zu Wahrheit und Versöhnung.

Trägerin der Hotline ist die Bischofskonferenz. Sie führt sie in Zusammenarbeit mit der Lebensberatung im Bistum Trier durch. Der Leiter des Arbeitsbereichs Beratungsdienste beim Bistum Trier, Andreas Zimmer, sagte bei der Vorstellung der Hotline, die Beratungen folgten dem Grundsatz, dass die Kontrolle über das je weitere Vorgehen bei den Anrufern bleibe. "Wir wollen Türöffner sein und die Anrufer ermutigen, den nächsten Schritt zu gehen", so Zimmer.

Unterdessen hat im Bonner Sekretariat der Bischofskonferenz ein Büro seine Tätigkeit aufgenommen, das Ackermann in seiner Arbeit als Missbrauchsbeauftragter unterstützen soll. Zu den Aufgaben des Büros gehört die Überarbeitung der kirchlichen Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen aus dem Jahr 2002 und die Ermittlung des genauen Umfangs der Fälle. Mitte Januar hatte die Bischofskonferenz bereits eine kostenfreie bundesweite Telefon-Hotline für ehemalige Heimkinder eingerichtet. Hier lautet die Rufnummer (01 80) 4 10 04 00. (KNA)

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