„Kirche ist kein Pizzaservice fürs Kultische oder Sakrale“

Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto machten sich die Priester und Diakone im Bistum Essen auf den Weg zum Grab des heiligen Liudger.

Ludgeruswallfahrt der Priester und Diakone im Bistum Essen

Die Kirche als eine Art Serviceagentur oder als „Pizzaservice für das Kultische oder Sakrale“ zu betrachten, dessen Dienste man an bestimmten Festtagen und zu besonderen Anlässen in Anspruch nähme, davor warnte der Diözesanadministrator des Bistums Essen, Weihbischof Franz Vorrath,  auf der Ludgeruswallfahrt der Priester und Diakone im Bistum Essen. „Gerade weil es Gott und uns um den ganzen Menschen und das wahre Leben geht, passt die Kirche nicht in die Reihe der Dienstleister“, betonte Vorrath im Pontifikalamt in der Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden. Serviceagentur und Glaubensgemeinschaft seien nicht kompatibel. Es müsse klar sein, worin das eigentliche Angebot des Christentums bestehe: „Nicht in pseudoreligiöser Verschönerung oder Überhöhung der Festtage und der Lebenswenden, sondern in der Verkündigung einer Leben ermöglichenden Wahrheit, die Christus selber ist und die die gesamte menschliche Existenz prägt“, sagte der Weihbischof.

Der heilige Liudger, dessen 1200. Todestages in diesem Jahr gedacht wird, habe sein Leben „ganz von Gott her“ verstanden und aus der Beziehung zu Gott gelebt. „In der Welt von heute ist es ebenso nötig wie in den schwierigen Zeiten des heiligen Liudger, dass wir Priester und Diakone uns in unserem Leben und Handeln ganz von Gott her verstehen“, betonte Vorrath. Der Priester dürfe einen Gott verkündigen, „der ohne Wenn und Aber ‚Ja‘ sagt zu den Menschen, der auch uns, seine Mitarbeiter, annimmt trotz all unserer Grenzen und Unvollkommenheit“.

Den Priestern und Diakonen, die sich von verschiedenen Punkten aus zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto auf den Weg zum Grab des heiligen Liudger in Essen-Werden gemacht hatten, dankt der Diözesanadministrator für ihren Dienst, in dem es darum gehe, „die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden und vorzuleben“.

Das Ruhrgebiet geht nach Ansicht von Vorrath schwierigen Zeiten entgegen, was auch Rückwirkungen auf das Bistums Essen und seine Pfarreien und Gemeinden haben werde.  Die gravierenden Umstrukturierungen im Ruhrbistum seien für die Priester und Diakone meist nicht einfach gewesen. Ausdrücklich dankte der Diözesanadministrator für das „Mitgehen und Mittragen“. Er bat gleichzeitig um Geduld: „Wir brauchen durchaus etwas Zeit, in der sich die Veränderungen setzen können. Aber Stillstand dürfen und können wir uns nicht erlauben.“ (do)     

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