Kindern und Eltern Zeit schenken

„Freiräume“ heißt eine neue Initiative der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im Bistum Essen. Im Rahmen des Projektes unterstützen Frauen aus Duisburg-Buchholz und Mülheim-Styrum künftig Familien bei der Kinderbetreuung. Die Frauen werden im Vorfeld von Expertinnen auf ihren Einsatz vorbereitet.

kfd-Projekt „Freiräume“ geht an den Start

„Freiräume“ heißt eine neue Initiative der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im Bistum Essen. Im Rahmen des Projektes unterstützen Frauen aus Duisburg-Buchholz und Mülheim-Styrum künftig Familien bei der Kinderbetreuung. Väter und Mütter können in Ruhe ihre Elternaufgaben erledigen und Termine oder Erholungspause wahrnehmen, während die ehrenamtlichen Helferinnen stundenweise auf die Kinder aufpassen. Dieses Angebot richtet sich an Familien, die nur wenig familiäre Unterstützung bei der Versorgung ihrer Kinder erfahren, bei denen ein Elternteil beruflich stark eingebunden ist oder durch Scheidung oder Tod ganz wegfällt.


„Unsere Recherchen in Kindertagesstätten haben ergeben, dass es einen hohen Bedarf an Kinderbetreuung gibt. Die Eltern – ob alleinerziehend oder als Paar – wünschen sich Unterstützung, damit sie zum Beispiel auch mal an einem Elternabend teilnehmen können“ so Mechthild Jansen, Geschäftsführerin der kfd im Bistum Essen. „Hier können wir mit unserem Angebot eine Lücke füllen und zugleich der Anonymisierung in den Stadtteilen entgegenwirken. Indem wir den Familien eine Betreuerin aus dem Stadtteil vermitteln, knüpfen wir ein soziales Netzwerk“, so Jansen weiter.


Eingeladen zur Mitarbeit sind alle interessierten Frauen aus den Stadtteilen Mülheim-Styrum und Duisburg-Buchholz. Dort läuft das Projekt momentan in Kooperation mit den Familienzentren St. Mariä Rosenkranz (Mülheim) und St. Judas Taddäus (Duisburg) an. Neugierige Frauen und Familien können sich bei den Leiterinnen der Einrichtungen Martina Kiworra bzw. Christiane Horsten melden. „Uns ist es wichtig, dass die Vermittlung von Familien und Helferinnen über Kindertageseinrichtungen läuft. Die Erzieher und Erzieherinnen kennen in der Regel die Familien und wissen worauf bei den Kindern geachtet werden muss. Wenn sie den Familien eine Kinderbetreuerin empfehlen und umgekehrt, ist schneller ein Vertrauensverhältnis geschaffen“ erklärt kfd-Vorsitzende Elisabeth Hartmann-Kulla. „Wenn das Projekt gut anläuft, wollen wir es auch in anderen Stadtteilen etablieren.“


Entscheidet sich eine Frau, an dem Projekt mitzuarbeiten, nimmt sie zunächst an einer mehrstündigen Schulung teil. „Es ist uns wichtig, dass die Frauen nicht nur Zeit, sondern auch die entsprechenden Kompetenzen mit in die Familien bringen“ betont Hartmann-Kulla. „Daher qualifizieren wir sie vor ihrem Einsatz.“ Die Schulung umfasst insgesamt drei Termine und behandelt die Themen „Familiengeschichten“, „Spiel, Spannung, Spaß“ und „Sicher ist Sicher“. Hier lernen die zukünftigen Betreuerinnen beispielsweise, wie Kinder heute aufwachsen, womit sie heutzutage spielen, welche Symptome die Kleinen bei den typischen Kinderkrankheiten zeigen oder wie sie sich im Notfall zu verhalten haben. Auch rechtliche Fragen werden geklärt. „Mit den Schulungen sollen die Betreuerinnen nicht nur das nötige Know-How, sondern auch ein Gefühl von Sicherheit bekommen. So können sie dann ganz entspannt einer schönen Zeit mit den Kindern entgegensehen“ erklärt Erzieherin und Kursleiterin Rabea Abrahams. „Wenn die Helferinnen die Schulung abgeschlossen haben, werden sie an Familien vermittelt. Auch hier unterstützen wir die Frauen. Wir bereiten Sie auf den Erstkontakt vor, sagen, worauf es ankommt, wie man das Vertrauen der Kinder und Eltern schnell gewinnen kann“, so Abrahams weiter. Die Frauen müssten kein perfekt ausgearbeitetes Animationsprogramm mitbringen. Sie sollten einfach für die Kinder da sein, auf sie eingehen und eine angenehme Atmosphäre schaffen.


Renate Schlusen aus Mülheim hat sich bereits dafür entschieden, Eltern in ihrem Stadtteil „Freiräume“ zu schenken: „Ich finde es nicht gut, wenn Kinder vor dem Fernseher geparkt werden. Sie sollten jemanden haben, der sich mit ihnen beschäftigt. Ich selber finde, es gibt nichts Schöneres, als mit Kindern zusammen zu sein. Daher nehme ich an dem Projekt teil“. Am meisten freut sich die 50-jährige dabei auf ein Kinderlachen.


Bei dem Projekt Freiräume handelt es sich um eine Kooperation mit dem Kita-Zweckverband und dem Referat „Familie und Alleinerziehende“ im Dezernat Pastoral des Generalvikariats im Bistum Essen. (ms)


Kontakt zu den Einrichtungen:

Mülheim:
Familienzentrum St. Mariä Rosenkranz
Leiterin: Martina Kiworra
Tel.: 0208.401314
E-Mail: kita.st.mariae-rosenkranz.muelheim@kinta-zweckverband.de

Duisburg:
Familienzentrum St. Judas Taddäus
Leiterin: Christiane Horsten
Tel.: 0203.703830
E-Mail: kita.st.judas-thaddaeus.duisburg@kita-zweckverband.de

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