„Kennst Du gute und schlechte Geheimnisse?“

Im Rahmen seiner Präventionsarbeit hat das Bistum Essen die erfolgreiche Ausstellung "Echt Klasse!" an seine Schulen geholt, die auf kindgerechte Weise über die Gefahren des sexuellen Missbrauchs informiert.

Schulen des Ruhrbistums zeigen Ausstellung zu sexuellem Missbrauch

„Gibt es gute, schlechte und komische Berührungen?“, „Kennst Du gute und schlechte Geheimnisse?“ oder „Darf ich nein sagen?“ – Fragen wie diese bilden den Kern der Ausstellung „Echt Klasse!“, die am Montagabend mit einer Feierstunde im Essener Mariengymnasium eröffnet wurde. Auf kindgerechte Weise informiert die Wanderausstellung über die Gefahren des sexuellen Missbrauchs. Als Teil der Präventionsarbeit des Bistums Essen soll die Schau in diesem und im nächsten Jahr Schulen des Ruhrbistums besuchen. Zusammen mit vielen anderen Stationen möchte die von der Stiftung „Hänsel und Gretel“ und der „Kinderstiftung Kleine Sonne“ getragene und vom Bistum Essen geförderte Ausstellung binnen fünf Jahren im Ruhrgebiet mindestens 20.000 Kinder erreichen.

„,Echt Klasse!’ informiert Mädchen und Jungen über sexuellen Missbrauch und stärkt sie in ihren Kompetenzen und Rechten“, betonte Dr. Christiane Schmidt, Schulleiterin des Mariengymnasiums, bei der Eröffnungsfeier. Am Erfolg der Ausstellung werde deutlich, dass „Prävention heute nicht wie in früheren Jahren mit dem Aufbau diffuser Ängste arbeitet“. Bei „Echt Klasse!“ gehe es vielmehr darum, sowohl Wissen zu vermitteln als auch die Gefühle der Kinder anzusprechen.

Wie sehr sich der Umgang mit dem Thema sexueller Missbrauch in den vergangenen Jahren verändert hat, wurde beim Podiumsgespräch mit Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und der Präventionsbeauftragten des Bistums, Dr. Andrea Redeker, deutlich, die von zwei Schülern des Essener Gymnasiums interviewt wurden. „Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern mit mir darüber gesprochen haben“, sagte Redeker. Und auch Bischof Overbeck wusste allenfalls von einem Gespräch zu berichten, bei dem seine Mutter seine Schwester und ihn davor gewarnt habe, „mit irgendwelchen Männern mitzugehen“. Beide wussten indes aus ihrer Kinderzeit von einem anderen Thema der Präventions-Ausstellung zu berichten: „Wenn die Freundinnen meiner Oma zu uns zum Kaffee kamen, wollten die mich immer umarmen und küssen“, berichtet der 49-jährige Overbeck, seinerzeit nach eigenen Worten mit einem dichten Blondschopf gesegnet. „Ich fand das schrecklich!“, sagte Overbeck – und dürfte damit manchen Kindern aus der Seele gesprochen haben. In der Ausstellung werden sie ermuntert, in solchen Situationen deutlich „Nein!“ zu sagen.

Dass das Thema Missbrauchsgefahren bei aller Heiterkeit der Eröffnungsfeier ein sperriges bleibt, machten mehrere Eltern deutlich. „Es ist immer noch ein schwieriges Thema, wenn auch keines, das man als Eltern ausblendet“, sagte ein Vater. „Da hilft die Professionalität der Ausstellung, dem Gespräch in der Familie einen Rahmen zu geben.“ Während die Ausstellung einige Wochen in der Schule gastiert, gibt es für Väter und Mütter einen speziellen Elternabend – und auch die Lehrer erhalten eine Fortbildung zum Thema.

Nach dem Essener Mariengymnasium gastiert die Wanderausstellung unter anderem vom 18. November bis 10. Januar 2014 im Bischöflichen Schulzentrum Essen-Stoppenberg, vom 13. Januar bis 10. Februar 2014 in der Jordan-Mai-Schule in Gladbeck und vom 24. Februar bis 17. März 2014 im Duisburger Abtei-Gymnasium. (tr)

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