„Keiner soll verloren gehen“

Die Ärmsten der Armen nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auszuschließen, das mahnen die Katholische und Evangelische Kirche in Duisburg sowie ihre Wohlfahrtsverbände an. Sie fordern eine gerechte Sozial- und Arbeitsmarktpolitik.


Kirchen in Duisburg und ihre Wohlfahrtsverbände zur sozialen Lage

„Keiner soll verloren gehen“ – das mahnen die Evangelische und Katholische Kirche in Duisburg gemeinsam mit Diakonie und Caritas angesichts der bevorstehenden Sparmaßnahmen und ihrer Auswirkungen auf die Kommunen.  „Die ungerechte Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung zusammen mit problematischen Entscheidungen der kommunalen Verantwortungsträger geht zu Lasten benachteiligter Jugendlicher und Langzeitarbeitsloser“, heißt es in einem gemeinsamen Adventswort. Und weiter: „Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik heißt künftig: Gut ausgebildete und leicht vermittelbare Erwerbslose sollen  möglichst schnell wieder in Arbeit gebracht werden. Allen anderen wird gesagt: Geht nach Hause. Ihr werdet nicht gebraucht. Gefördert werden nur noch die Guten.“

Für die Kirchen sei diese Situation unerträglich, so Pfarrer Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg: „Für die Schwächsten der Schwachen  haben die Kirchen Anwaltsfunktionen – auch im biblischen Sinne!“ Das sieht Pfarrer Bernhard Lücking, Stadtdechant der Katholischen Kirche in Duisburg, nicht anders: „Für mich hat die Armut in Duisburg Gesichter! Die betroffenen Menschen kenne ich, schätze ich, ich kann sie beim Namen nennen. Arbeit ist nicht nur Geldverdienen. Arbeit ist Teilhabe und hat mit Menschenwürde zu tun.“ Als Seelsorger spüre er die Verantwortung im Sinne des prophetischen Wortes „Den Mächtigen ins Gewissen zu reden!“

So sehen sich die Kirchen in Duisburg als  sprichwörtlicher  „Stachel im Fleisch“, machen sich stark für die Schwachen der Gesellschaft. „Keiner darf verloren gehen. Wir werden deshalb alles in unseren Kräften stehende tun, um die nachbarschaftlichen Netzwerke in den Gemeinden und die Hilfs- und Beratungsangebote in den Stadtteilen und Bezirken, so weit es die Mittel zulassen, zu erhalten und auszubauen", heißt es in dem gemeinsamen Wort der Kirchen. Auch die "Ärmsten der Armen, die auf keinem Arbeitsmarkt mehr eine Chance haben", dürften von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht ausgeschlossen werden. 

Das unterstreicht auch Ulrich Fuest, Direktor des Caritasverbandes Duisburg: „Neben der anwaltlichen Funktion sind die Wohlfahrtsverbände auch diejenigen, die Geld investieren in Angebote, die mit öffentlichen Mitteln nicht unterstützt werden, wie etwa Schulmaterialkammern und Tafelläden.“ Jetzt gehe es darum, „Flagge zu zeigen“.

In einer strukturschwachen Stadt wie Duisburg werde es auch in Zukunft viele Langzeitarbeitslose geben: „Auch diese Menschen müssen ein echte Chance haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, betont Pastor Stephan Kiepe-Fahrenholz, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Duisburg. Deshalb brauche Duisburg einen öffentlich geförderten Zweiten Arbeitsmarkt mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. (cvdu/do)

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