„Keine Schlechtwetterperiode, sondern Klimawandel in eine neue Welt“

Diözesan-Wallfahrt mit Bischof Overbeck nach Bochum-Stiepel. 800 Menschen feierten Pfingstgottesdienst im Klosterhof. Zwei Gruppen pilgerten von Hattingen und Bochum zum Wallfahrtsort.

Rund 800 Menschen haben im vollbesetzten Klosterhof des Zisterzienser-Klosters Bochum-Stiepel mit Bischof. Dr. Franz-Josef Overbeck am Montag, 16. Mai, einen festlichen Pfingstgottesdienst gefeiert. Das jährlich begangene Klosterfest war in diesem Jahr auch Zielpunkt der Diözesan-Wallfahrt von Bochum und Hattingen nach Stiepel anlässlich des von Papst Franziskus ausgerufenen „Jahres der Barmherzigkeit“. Durch die Menge der 800 Mitfeiernden zogen die Priester mit Bischof Overbeck in roten Messgewändern zum Freiluft-Altar unter Zeltdächern – Rot gilt in der katholischen Kirche als Farbe des Feuers und des Heiligen Geistes, dem das Pfingstfest gewidmet ist. Musikalisch stimmungsvoll gestaltet wurde der Gottesdienst von der Musikkapelle Geisa aus Thüringen unter der Leitung von Peter Lenz sowie von Thomas Fischer, dem Kantor von St. Marien Stiepel.

Das weltweit begangene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ nahm Bischof Overbeck in seiner Predigt zum Anlass, auf die „Einheit mit der ganzen Welt“ hinzuweisen: „Gerade in der Welt, in der so Vieles auseinanderzufallen droht, viele Menschen wegen ihrer Ängste und Sorgen denken, durch einfache Lösungen die Komplexität unseres alltäglichen Lebens reduzieren zu können, geben wir Christen diese Antwort.“ Die weltweiten Veränderungen seien auch eine Herausforderung für die Kirche: „Wir leben nicht in Zeiten einer Schlechtwetterperiode für die Gestalt der Kirche, sondern in einem Klimawandel hin in eine neue Welt.“ Der Konfrontation mit dem weltweit sichtbaren Leid hielt Overbeck eine Hilfe aus der Frömmigkeitsgeschichte entgegen. Schmerz und Tod könnten sich zwar nicht auflösen lassen: Die schmerzhafte Mutter Gottes, die ihren toten Sohn Jesus auf dem Schoß hält – diese Szene zeigt das Andachtsbild in der Stiepeler Wallfahrtskirche -, sei jedoch ein Zeichen dafür, dass der Glaube an Gott den zum Leben gehörenden Schmerz aufnehmen könne, um „freier, bescheidener und demütiger“ zu werden.

Am frühen Vormittag waren von Hattingen und Bochum aus zwei kleinere Diözesan-Wallfahrtsgruppen zu Fuß nach Stiepel gestartet. Vorbei an Ginster, Raps, durch duftenden Wald und gepflegte Wohnstraßen, unter Sonne, Wolken und ein paar Regentropfen zogen die Pilger betend und singend Richtung Stiepel. Die Form ihres althergebrachten Gebetes im Gehen – Rosenkranz und Litanei – sorgte bei den Bewohnern der am Weg liegenden Campingplätze, bei entgegenkommenden Radlern und Fußgängern für einiges Erstaunen. Der Inhalt ihres Gebetes allerdings – Wertschätzung, Zusammenhalt, Respekt -  ist hoch aktuell.

Predigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut:

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