„Katholisches Krankenhauswesen im Ruhrrevier“

Die Entwicklung des katholischen Krankenhauswesens im Ruhrgebiet ist Gegenstand einer Studie, die als Promotionsprojekt im Kulturhauptstadtjahr 2010 vom Bistum Essen in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse hat der Autor Dr. Arne Thomsen jetzt in seinem Buch "Katholisches Krankenhauswesen im Ruhrrevier. Entwicklungen und Akteure von den Anfängen der Industrialisierung bis zum Ersten Weltkrieg" veröffentlicht.


Promotionsprojekt aus Kulturhauptstadtjahr im Aschendorff-Verlag erschienen

Eine Studie über das katholische Krankenhauswesen im Ruhrgebiet ist nun im Aschendorff-Verlag in Münster erschienen. Dr. Arne Thomsen zeichnet darin die Entwicklung von der Idee bis zur Etablierung der katholischen Krankenhäuser im Ruhrgebiet nach. Die Studie wurde im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres „RUHR2010“ vom Bistum Essen in Auftrag gegeben. Sie ist ein Promotionsprojekt am Lehrstuhl für Kirchengeschichte in der katholisch-theologischen Fakultät der Ruhruniversität Bochum in Kooperation mit dem Caritasverband für das Bistum Essen und der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das landwirtschaftlich geprägte Ruhrgebiet zu einer industrialisierten Region. Die damit einhergegangene Bevölkerungsexplosion zeigte deutlich die Schwächen der damaligen Gesundheitsversorgung auf. Besonders die kranken Arbeiter, die Hauptklientel der späteren modernen Krankenhäuser, litten aufgrund der oftmals fehlenden familiären Versorgung im Krankheitsfall unter dieser Situation. Da die finanzschwachen Kommunen durch die Entwicklung zur urbanen und schwerindustriellen Region größtenteils nicht in der Lage waren Krankenhäuser zu errichten, starteten katholische und protestantische Kirchengemeinden eigene Krankenhausbauvorhaben. Auf katholischer Seite wurden allein 85 Krankenhäuser bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges gegründet.

Das Alleinstellungsmerkmal Studie besteht darin, dass erstmalig eine Region im Fokus des krankenhaushistorischen Interesses steht. Die Erforschung des Krankenhauswesens, die in der Vergangenheit stark auf architekturhistorische Entwicklungen der Häuser konzentriert war, wird in der Untersuchung durch eine sozialhistorische Perspektive „von unten“ erweitert.

Die Entstehung der katholischen Krankenhäuser war die praktische Antwort der katholischen Pfarrer und Ordensschwestern auf die sozialen Probleme im entstehenden Ruhrgebiet, betonte Weihbischof Franz Vorrath anlässlich der Buchvorstellung in Essen. Die katholische Soziallehre basiere auf der so genannten sozialen Frage, den Missständen, die mit der Verstädterung und der Industriellen Revolution einhergingen. Das Krankenhauswesen sei ein Resultat des sozialen Engagements der Christen jener Zeit. Das System sei aus lokalen Initiativen und somit von „unten nach oben“ gewachsen. „Kaum eines der katholischen Krankenhäuser ist aus einem Wurf gebaut. An den unterschiedlichen Baustilen lässt sich die schrittweise Entwicklung ablesen“, betonte Vorrath. (ms)

Buchinformationen: Thomsen, Arne. Katholisches Krankenhauswesen im Ruhrrevier. Entwicklungen und Akteure von den Anfängen der Industrialisierung bis zum Ersten Weltkrieg. Aschendorff-Verlag, Münster 2012, 224 Seiten, gebunden, Hardcover, 25,3 x 17,5 x 2 cm. ISBN: 978-3-402-14621-7. UVP: 29,80 Euro.

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