Katholische Pflegeschule Essen wird 40 Jahre alt

Auch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck kommt am kommenden Donnerstag zur Geburtstagsfeier der größten Ausbildungsstätte für Gesundheitsfachberufe im Ruhrbistum - ein Interview mit Schulleiter Reinhold Schulte-Eickholt.

Größte Ausbildungsstätte für Gesundheitsfachberufe im Bistum 

Katholische Schule für Pflegeberufe (KKS) in Essen, die größte Schule für Gesundheitsfachberufe im Ruhrbistum, feiert am Donnerstag, 21. Mai, ihr 40-jähriges Bestehen. Nach einer Messe mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck um 10 Uhr in der St. Gertrud-Kirche, Rottstr. 36, lädt die Schule ab 11.30 Uhr zu Gespräch und Musik ins Festzelt vor der Schule, Süderichstr. 1. Seit 2008 ist die Schule dort in der früheren Kirche St. Peter beheimatet. Ab 13 Uhr diskutiert die WDR-Moderatorin Martina Eßer mit Gesprächspartnern aus der Alten- und Krankenpflege über die Zukunft der Pflegeausbildung, bevor ab 14.30 Uhr das große Schulfest beginnt.

28 Lehrerinnen und Lehrer bilden an der KKS derzeit 621 Schülerinnen und Schüler aus. Im Interview spricht Schulleiter Reinhold Schulte-Eickholt über die Entwicklung der gemeinsamen Ausbildung in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege.

Herr Eickholt, seit 40 Jahren bildet die KKS in Essen junge Leute in Pflegeberufen aus. Wie haben sich die Berufsfelder seitdem verändert?

Reinhold Schulte-Eickholt: In den ersten 20 Jahren war die Arbeit der KKS auf die Kranken- und Kinderkrankenpflege ausgerichtet. 1996 begann die Annäherung an die Altenpflege: Aus der Einsicht, dass die gesellschaftliche Entwicklung ein Umdenken in der Pflegeausbildung erforderlich macht, wurden die unterschiedlichen Ausbildungen unter einem Trägerdach zusammengeführt – aus der Krankenpflegeschule wurde die Schule für Pflegeberufe.

Was bedeutet die Zusammenführung der Alten- und Krankenpflege-Ausbildung?

Reinhold Schulte-Eickholt: Die zunehmende Annäherung der Berufsfelder konnten wir in unserem „Essener Modell“ der gemeinsamen Ausbildung von Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege unter Federführung der Caritas im Bistum Essen nachweisen. Die Pflege leistet einen eigenständigen Beitrag zur Lebensförderung in unserer Gesellschaft. Sie gestaltet eine Beziehung zu allen, die von Pflegebedürftigkeit betroffen sind – und das ist unabhängig vom Lebensalter. Dabei stellt die Pflege hohe fachliche und menschliche Ansprüche. Diese zu erfüllen, erfordert eine qualifizierte Ausbildung.

Seit 2008 hat die Schule ihren Sitz in der ehemaligen Kirche St. Peter. Wie wirkt sich dieses ungewöhnliche Gebäude auf die Atmosphäre in der Schule aus?

Reinhold Schulte-Eickholt: Die ersten Schülerjahrgänge hatten einen Wechsel von kleinen, überschaubaren und vertrauten Schulorten in ein großes zentrales Gebäude zu verarbeiten. Gleiches galt für das Lehrerkollegium. Es brauchte Zeit, um am neuen Ort heimisch zu werden. Dieser Prozess ist auf einem guten Weg. Heute sind die räumlichen und gestalterischen Möglichkeiten in der umgebauten Kirche St. Peter Grundlage für eine gute Lernatmosphäre, optimale Lehr- und Lernbedingungen und ein vertrauensvolles Miteinander von Schülern und Lehrern.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in der Ausbildung künftiger Kranken- und Altenpfleger?

Reinhold Schulte-Eickholt: Angesichts der demografischen Entwicklung muss unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren eine ausreichende Zahl (junger) Menschen für die Pflege begeistern. Dazu müssen Rahmenbedingungen der Ausbildung verbessert werden. In der KKS leisten wir dazu einen Beitrag mit unserem Trainingszentrum Pflege: Seit 2013 können unsere Schülerinnen und Schüler im ehemaligen Pfarrheim von St. Peter in einem geschützten Rahmen auch die praktischen Pflege-Fertigkeiten erlernen.

Konkret erwarten wir, dass die neue Ausbildungsordnung für die Pflegeberufe, die in den nächsten zwei Jahren kommen wird, stärker auf die Anforderungen in den einzelnen Berufsfeldern eingeht. Sie muss zu einem Kompetenzerwerb beitragen, der sowohl fachliche als sozialkommunikative und ethische Belange berücksichtigt. (tr)

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