Katholische Büchereien wollen Förderung aus Landesmitteln

Eine Online-Petition haben Ehrenamtliche der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) in Nordrhein-Westfalen an den Landtag NRW gerichtet, mit der der Zugang ehrenamtlich betriebener Büchereien zu den Projektfördermitteln des Landes erreicht werden soll.


Online-Petition an den Landtag wirbt für Unterstützung

Ehrenamtliche der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) in Nordrhein-Westfalen haben eine Online-Petition an den Landtag in Düsseldorf gerichtet, mit der der Zugang ehrenamtlich betriebener Büchereien zu den Projektfördermitteln des Landes erreicht werden soll. „Derzeit kann eine Bücherei oder auch ein Büchereiverbund nur dann Landesmittel erhalten, wenn es eine hauptamtliche Bibliothekarin mit mindestens 50 Prozent Beschäftigungsumfang gibt“, so Vera Steinkamp, Leiterin des Medienforums des Bistums Essen und Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Kirchlicher öffentlicher Büchereien in NRW.

Auch bei Erfüllung der übrigen Kriterien sei eine Förderung aus Landesmitteln nicht möglich. „Innovative Projekte kirchlicher öffentlicher Büchereien sowie die Entwicklung einer qualitativ hochwertigen und am Bürger orientierten Bibliotheksarbeit in allen - auch ländlichen Regionen in NRW - wird durch dieses formale Kriterium einer hauptamtlichen Besetzung verhindert“, so Steinkamp. Dieser Ungleichbehandlung gelte es entschieden zu begegnen. In offiziellen Gesprächen mit Verantwortlichen auf Landesebene habe man bislang keinen Durchbruch in dieser Frage erzielen können.

Michael Ziemons, ehrenamtlicher Leiter der Bücherinsel St. Donatus in Aachen, gab den Anstoß zu der Online-Petition, die nun landesweit um Unterstützung wirbt. Den Initiatoren geht es dabei nicht um mehr Geld. „Das kostet das Land NRW keinen Cent“, erklärt Ziemons, der im Hauptberuf Professor für Pädagogik an der Katholischen Hochschule NRW in Köln ist. Es entstünde ein Wettbewerb der Ideen, bei dem Ehrenamtler und Hauptberufliche mit den besten Konzepten um Fördermittel werben. Qualität solle entscheiden, nicht eine sachfremde Formalie.

Die Fördermittel sollten aber nicht der Grundförderung dienen, sondern innovative Projekte unterstützen. Mit Landesmitteln wird derzeit der digitale Verleih von Medien („Onleihe“) aufgebaut. Es entstehen Leseförderprojekte für Kinder und vieles mehr. Von solchen innovativen Projekten bleiben Ehrenamtliche in Nordrhein-Westfalen auch dann ausgeschlossen, wenn sie hochqualifiziertes Personal haben, tägliche Öffnungszeiten anbieten, oder gerade da tätig sind, wo – wie etwa in ländlichen Regionen – ein Bibliotheksangebot anders nicht zu sichern wäre.

Auf der Internetseite der Online-Petition gibt es mittlerweile erstaunte, empörte und unterstützende Kommentare. Auch daher sind die Petenten aus allen fünf nordrhein-westfälischen Bistümern zuversichtlich, etwas zu erreichen. „Spätestens wenn der neue Landtag tatsächlich ein Kulturfördergesetz beschließt, muss die Hürde fallen“, lautet die Devise.


Über 522.000 Medien im Bistum Essen ausgeliehen

Die Arbeit der KÖB im Bistum Essen kann beachtliche Zahlen vorweisen. So wurden 2011 in den 145 Katholischen öffentlichen Büchereien des Ruhrbistums 522.222 Medien von über 30.000 Personen ausgeliehen, die dabei aus 530.000 Medien auswählen konnten. Dass in den Büchereien viel mehr los ist als die reine Ausleihe von Medien, zeigt die Zahl von nahezu 2.000 Veranstaltungen. „Ganz besonders hervorzuheben ist das große ehrenamtliche Engagement, das in den KÖB geleistet wurde“, betont Steinkamp. So hätten im vergangenen Jahr 1.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 111.000 Arbeitsstunden geleistet.

Die Petition kann man im Internet unter www.buecherinsel.st-donatus.de nachlesen. Dort kann sich ebenfalls jeder anonym oder auch öffentlich bis zum 29. Mai mit seiner Unterschrift solidarisch zeigen und die Anliegen der Petition unterstützen, und zwar unter dem Link http://openpetition.de/petition/online/zugang-von-ehrenamtlich-gefuehrten-bibliotheken-zu-foerdermitteln-in-nrw. (vs/do)

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