Katholiken demonstrieren gegen Rassismus

Am Sonntag und am Montag demonstrieren in Essen und Duisburg Bürger gegen Rassismus, Islamfeindlichkeit und die "Pegida"-Bewegung. In beiden Städten ist die Katholische Kirche mit dabei und ruft dazu auf, gemeinsam für Toleranz und Freiheit auf die Straße zu gehen.

Gemeinsam für Menschenrechte, Meinungs- und Religionsfreiheit

Vor den Demonstrationen gegen Islam- und Fremdenfeindlichkeit am Sonntag, 18. Januar 2015, in Essen und gegen den nordrhein-westfälischen „Pegida“-Ableger am Montag, 19. Januar, in Duisburg stellt sich die Katholische Kirche im Ruhrgebiet ausdrücklich an die Seite derer, die an diesen Tagen für Toleranz und Freiheit auf die Straße gehen. In beiden Städten rufen die Stadtdechanten Jürgen Cleve (Essen) und Bernhard Lücking (Duisburg) zur Teilnahme an den Demonstrationen gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen und anderen Zuwanderern auf. Auch das höchste Laiengremium im Ruhrbistum, der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer fordert dazu auf, „sich öffentlich für Menschenrechte, Meinungs- und auch Religionsfreiheit einzusetzen“.

Treff an der Essener Marktkirche

Die Demonstration in Essen – ursprünglich geplant als Gegenveranstaltung zu einer mittlerweile absagten Demonstration des Bündnisses „Hooligans gegen Salafismus“ – beginnt am Sonntag um 11.30 Uhr an der Essener Porschekanzel. Die katholische und die evangelische Stadtkirche laden ihre Mitglieder zu einem eigenen Treffpunkt unmittelbar vor der Marktkirche ein. Gegen 12 Uhr soll sich der Zug zum Willy-Brandt-Platz in Bewegung setzen, wo gegen 13 Uhr die eigentliche Kundgebung des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ beginnt. Diesem Bündnis haben sich neben den Kirchen Parteien, Gewerkschaften und zahlreiche weitere gesellschaftliche Gruppen angeschlossen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die beiden Essener Stadtkirchen „alle Gläubigen auf, am Sonntag, 18. Januar, ein deutliches Zeichen für die Freiheit der Religion und gegen jede Art von Gewalt und Fundamentalismus zu setzen“. Wichtig sei aber auch „das Gebet und das Gedenken an die Opfer – nicht nur der Terroranschläge in Paris – in den Gottesdiensten“, betont Stadtdechant Cleve in einem Brief an alle katholischen Gemeinden in Essen.

Kundgebung gegen „Pegida“-Spaziergang in Duisburg

In Duisburg trifft sich am Montag ab 18.30 Uhr auf dem Opernplatz vor dem Stadttheater (Neckarstraße 1) ein ähnlich breites gesellschaftliches Bündnis wie tags zuvor in Essen, um gegen einen „Abendspaziergang“ des NRW-Ablegers von „Pegida“ zu demonstrieren. Auch hier ist die katholische Kirche dabei. „Wir stellen uns der rassistischen und anti-muslimischen Hetze von ‚Pegida‘ in Duisburg entgegen“, heißt es in dem Aufruf zur Gegendemonstration, den die katholische Stadtkirche mitunterzeichnet hat. „Wir wollen ein sichtbares und friedliches Zeichen setzen gegen diesen Versuch, in Duisburg mit dumpfen Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit Stimmung zu machen.“ (tr)

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