Katholiken beten für orthodoxes Konzil

Vom 18. bis 27. Juni 2016 wird auf Kreta zum ersten Mal in der Neuzeit wieder ein Heiliges und Großes Konzil der Orthodoxen Kirche zusammenkommen. Im Bistum Essen wird in den Sonntagsgottesdiensten am 19. Juni für die auf Kreta versammelten orthodoxen Bischöfe gebetet, damit ihre Beratungen ein lebendiges Zeugnis der Gegenwart Gottes in der Welt geben und die Einheit der Christen fördern.

Einberufen wurde das Konzil nach einer Reihe von vorbereitenden Konferenzen vom Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomaios I. Von den 14 autokepahlen, also eigenständigen Kirchen haben jedoch mehrere kurz vor Beginn der Beratungen ihre Teilname abgesagt. Darunter auch die russisch-orthodoxe Kirche, zu der weltweit die meisten orthodoxen Christen gehören. Das Konzil, das die Verbundenheit unter den orthodoxen Kirchen stärken sollten, ist damit in eine große Krise geraten. Es besteht die Gefahr, dass die bestehenden Spannungen noch verschärft werden.

In den Beschlussvorlagen der Versammlung geht es um Fragen der Pastoral, der innerorthodoxen Beziehungen, der Sendung der Kirche in der Welt sowie der ökumenischen Zusammenarbeit. So bestand die Hoffnung, dass das Konzil auch dazu beitragen könnte, die Zusammenarbeit zwischen der Orthodoxie und der katholischen Kirche auf dem Weg zur sichtbaren Einheit zu stärken. Im Prozess der ökumenischen Annäherung der vergangenen Jahrzehnte sind die katholische und die orthodoxe Kirche  nach Jahrhunderten der Entfremdung immer mehr aufeinander zugegangen. Heute bezeichnen sie sich als „Schwesterkirchen“, die sich so nahestehen, dass das, was in der einen Kirche geschieht, die Brüder und Schwestern der anderen Kirchen mitbewegt und zum Gebet füreinander einlädt. Aus diesem Grund hat Weihbischof Wilhelm Zimmermann als Bischofsvikar für Ökumene in einem Brief an alle Pfarrer das Gebet für das Konzil empfohlen und den Gemeiden eine dafür formulierte Fürbitte zugeschickt.

Hintergrund: Orthodoxe Christen in Deutschland

Mit rund 1,3 Millionen Gläubigen bilden die orthodoxen Christen in Deutschland die drittgrößte Konfession. Durch den Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens wächst auch die Zahl der orthodoxen Christen und es entstehen zum Teil neue orthodoxe Gemeinden.

Ein Großteil der hierzulande vertretenen orthodoxen Kirchen sind in der Orthoxen Bischofskonferenz in Deutschland zusammengeschlossen, deren Vorsitzender der griechiscn-orthodoxe Metropolit Augoustinos (Lambardakis) ist.

Im Bereich des Bistums Essen gibt es Gemeinden und Gottesdienste folgender orthodoxer Kirchen:
Griechisch-Orthodoxe Kirche
Russisch-Orthodoxe Kirche
Serbisch-Orthodoxer Kirche
Rumänisch-Orthodoxe Kirche
Koptisch-Orthodoxe Kirche
Armenisch-Orthodoxe Kirche
Antiochenisch-Orthodoxe (Rum-Orthodoxe) Kirche
Syrisch-Orthodoxe Kirche
Assyrische Kirche des Ostens

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