Karwoche: Eine Menge Arbeit für die Küster

Die Karwoche ist für die Küster der katholischen Kirchen eine besonders anstrengende Zeit. Ein Bochumer Küster erklärt, warum er zwischen Gründonnerstag und Ostersonntag lange arbeiten muss.


Die Karwoche naht – und damit eine Menge Arbeit für die Küster in den katholischen Kirchen. Zwischen Gründonnerstag und Ostersonntag ist viel zu tun in den Gotteshäusern. So auch für Joachim Gomolla, Küster der St. Elisabeth-Kirche in Bochum-Gerthe.

Alles beginnt damit, dass am Gründonnerstag die Kirche von oben bis unten geputzt wird. „Zehn Ehrenamtliche helfen mir dabei, ohne ihre Hilfe würde ich das alles überhaupt nicht schaffen“, erzählt Gomolla, der noch für eine zweite Kirche zuständig ist.

Abends um 20 Uhr beginnt die Liturgie. Nach dem „Gloria“ herrscht Stille in der Kirche: Die Orgel schweigt, die Glocken läuten nicht, es wird dunkel im Altarraum. „An Karfreitag ist Jesus gestorben, und um dies zu symbolisieren, wird der Altarraum vollständig leer geräumt“, erzählt der Küster. Kerzen, Sitze, Altartücher, Schmuck, alles wird von ihm und den Messdienern in der Sakristei eingelagert. Auch das „ewige Licht“ brennt während dieser Zeit nicht. „Das Allerheiligste wird aus dem Tabernakel genommen und in den hinteren Teil der Kirche gebracht. Dort steht es bis Karsamstag auf einem kleinen Altar.“ Der Tabernakel steht für die nächsten Tage offen, als Zeichen für die Abwesenheit Jesu. „Ein trauriger Anblick“, meint Gomolla.


Trauriger Anblick


Die elektronisch gesteuerten Glocken schaltet der Küster für die nächsten Tage ab, auch die Orgel schweigt. „Unser Organist steht dann vorne in der Kirche und gibt den Ton an. Die Gemeinde singt in diesen Tagen ohne Orgelbegleitung.“ Zumindest in seiner Gemeinde sei das aber überhaupt kein Problem: „Die Leute hier singen gerne.“

Die meiste Arbeit hat der Bochumer am Karsamstag vor sich. „Ich bin bei den Messdienerproben dabei, und ab 13 Uhr beginnen wir mit dem Schmücken der Kirche.“ Ein Gärtner bringt Blumen und Kränze, um die Kirche für die Messe am Abend festlich zu schmücken. „Ich bin an diesem Tag von neun Uhr morgens bis zwei Uhr nachts unterwegs, da ich für zwei Kirchen zuständig bin“, sagt Gomolla. Abends gibt es nach der Lesung die Gelegenheit zur Tauferneuerung, bevor die Gemeinde die Messe feiert. Nach dem „Gloria“ hat die traurige Zeit in der Kirche ein Ende, die Glocken läuten, und auch der Organist darf wieder spielen. Das gesamte Inventar des Altarraums wird aus der Sakristei geholt, als Zeichen der Auferstehung Jesu Christi.

„Es ist schon eine Menge Arbeit für die Küster in der Karwoche“, sagt Gomolla, „ich bin froh, dass es ehrenamtliche Helfer gibt, die mich während dieser Zeit bei meiner Arbeit unterstützen.“


Neue Kollegen


Seit kurzem hat Joachim Gomolla 26 neue Kolleginnen und Kollegen. Nach einer dreimonatigen Ausbildung feierten die angehenden Küster gemeinsam mit Pastor Hans-Josef Vogel die Eucharistie. Im Anschluss daran überreichte Dr. Nicole Stockhoff von der Zentralabteilung Glaubenslehre, Liturgie und Ökumene des Bistum Essen den Teilnehmern Urkunden. Pastor Vogel betonte, dass es sich nicht einfach um einen Job handele, sondern auch ein Stück Berufung dazu gehöre. Die Einstellung müsse man von zuhause, aus seinem Glauben mitbringen.

Die Küster werden ihren Dienst ehren- oder nebenamtlich leisten. Während der Ausbildung beschäftigten sie sich unter anderem mit der Liturgie des Kirchenjahres und der Frage, wann und wie welche liturgischen Bücher und Gewänder bereitzulegen sind. Glaubenslehre, die Theologie der Sakramente, die Pflege liturgischer Geräte und Gewänder, Blumen- und Kirchenschmuck sowie eine Einführung in die Heilige Schrift standen außerdem auf dem Lehrplan. Der nächste Kurs zur Küsterausbildung beginnt im Januar 2013. (jsb)

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