Kardinal Woelki als neuer Erzbischof von Köln eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst im überfüllten Kölner Dom wurde Kardinal Rainer Maria Woelki am Samstag, 20. September, als Erzbischof von Köln eingeführt. Woelki ist damit Metropolit der Kirchenprovinz, zu der auch das Ruhrbistum gehört.

Kardinal Rainer Maria Woelki (58), zuletzt Oberhaupt der Erzdiözese Berlin, ist am Samstag, 20. September, feierlich als neuer Erzbischof von Köln eingeführt worden. Er folgt Kardinal Joachim Meisner (80) nach, der Deutschlands mitgliederstärkste Diözese 25 Jahre lang leitete.

An der Feier im überfüllten Kölner Dom nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft sowie allein rund 360 Priester und Diakone teil. Dazu gehörte auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet, der religionspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Volker Beck, sowie WDR-Intendant Tom Buhrow.

In seiner Predigt sagte Woelki, seine Aufgabe und seine Berufung bestehe darin, "Christus und seinem Evangelium heute ein Gesicht zu geben". Er stellte sich ausdrücklich in die Tradition des legendären Kölner Erzbischofs, Kardinal Josef Frings, der das Erzbistum durch die Notzeiten nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs leitete und einer der wichtigsten Reformer beim Zweiten Vatikanischen Konzil war.

Zuvor hatte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, in einem Grußwort im Namen von Papst Franziskus Woelki für seine fruchtbare Arbeit im Erzbistum Berlin gedankt. Die Gläubigen "in der alten und ehrwürdigen Erzdiözese Köln" erwarteten "nun voll Vertrauen und mit Freude und großen Erwartungen einen neuen Anfang" und "eine neue pastorale Dynamik durch die Mission ihres neuen Vaters und Hirten", so der Botschafter des Papstes in Deutschland. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte ebenfalls Woelkis Verdienste in Berlin. Dort habe er erlebt, "was es heißt, in der Diaspora Zeuge des Evangeliums, Zeuge Christi zu sein". Er habe vielfältige Projekte angestoßen und mit den Gläubigen das Gespräch gesucht.

Eterovic dankte zudem dem Vorgänger Woelkis, Kardinal Joachim Meisner, "für all das Gute, das er über 25 Jahre im bischöflichen Dienst für die Erzdiözese Köln, für die Kirche in Deutschland und in der Welt getan hat". Ebenso sprach er Stefan Heße, den Woelki als Generalvikar bestätigte, "für seinen aufopferungsvollen und weisen Dienst" als Diözesanadministrator während der Vakanz der Erzdiözese Köln" Dank aus.

Bei der Feier führte der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff als dienstältester Bischof in der Kirchenprovinz, zu der auch das Bistum Essen gehört, seinen Amtsbruder zur Kathedra, dem Sitzplatz des Erzbischofs. Ein sichtlich gerührter Kardinal Meisner überreichte Woelki symbolisch den Petrus-Stab als Zeichen der Verbundenheit zu seinen Vorgängern, den Aposteln und der Weltkirche. Der Holzstab aus dem vierten Jahrhundert war bis zur Übertragung der Gebeine der Heiligen Drei Könige die bedeutendste Reliquie des Doms.

Rainer Maria Woelki wurde am 18. August 1956 in Köln als ältestes von drei Geschwistern geboren. Seine Eltern mussten 1945 aus Ostpreußen fliehen. Nach dem Theologiestudium in Bonn und Freiburg folgte 1985 Woelkis Priesterweihe in Köln. Später machte ihn Kardinal Meisner zum "Geheimsekretär" und zum Leiter der Theologenausbildung im Erzbistum. 2003 wurde Woelki Kölner Weihbischof, 2011 Erzbischof von Berlin. Anfang 2012 erfolgte die Erhebung in den Kardinalsstand. (kna)

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