Kardinal Maradiaga dankte Duisburger Schülerinnen

Er war gekommen, um zu danken. Kardinal Oscar Andrés Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa und Vorsitzender der Bischofskonferenz von Honduras, besuchte am Montag das St. Hildegardis-Gymnasium in Duisburg.

Hoher Besuch aus Honduras im St. Hildegardis-Gymnasium

Er war gekommen, um zu danken. Kardinal Oscar Andrés Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa und Vorsitzender der Bischofskonferenz von Honduras, besuchte am Montag das St. Hildegardis-Gymnasium in Duisburg. In einer Projektwoche hatten sich die Schülerinnen des Mädchengymnasiums bereits in 2008 über das Land „Honduras“ informiert. Sie lernten das Essen, die Tänze, die Kultur und vor allem die Probleme der Menschen in Honduras kennen.

Schnell war klar: hier müssen wir helfen! In Zusammenarbeit mit Irene Janssen, Ehefrau des Duisburger Schuldezernenten Karl Janssen und Präsidentin der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft e.V., wurde ein Sponsorenlauf organisiert. Im Sommer 2009 sammelten die Mädchen eifrig Spenden und liefen, schwammen, fuhren Fahrrad und Inline-Skates. Jeder Kilometer brachte bares Geld und am Ende konnte Irene Janssen einen Scheck über 18.215 Euro in Empfang nehmen.

Als kleines Dankeschön kam Kardinal Maradiaga nun persönlich zu den Schülerinnen, um Rede und Antwort zu stehen und Informationen aus erster Hand über sein Land zu liefern. Honduras sei seine Brücke zwischen Nord- und Südamerika, ein kleines Land mit rund sieben Millionen Einwohnern, das leider kein Öl, dafür aber viele Erze besitze. Zwar herrsche seit den 80er Jahren Demokratie. Doch Korruption sei ein großes Problem im Land. Die Frage nach den politischen Verhältnissen beschäftigte die Mädchen der Jahrgänge zehn und elf besonders. Der Kardinal erklärte, dass erst im November Neuwahlen stattgefunden hätten, die neue Regierung aber noch nicht anerkannt sei, da viele die Ablösung der alten als einen Staatsstreich ansähen. Die Bevölkerung hoffe nun, dass mit den neuen Politikern ein frischer Wind einziehen und alles seine Ordnung finden werde.

Ein anderer Schwerpunkt des Treffens, an dem auch Weihbischof Ludger Schepers, der Dezernent für Schule und Hochschule, Bernd Ottersbach, sowie der Duisburger Stadtdechant Bernhard Lücking teilnahmen, war das Thema „Bildung“. „Darf in Honduras jedes Kind die Schule besuchen, und sind Mädchen und Jungen dabei gleichberechtigt?“, wollten die Schülerinnen wissen. Die große Mehrheit der honduranischen Kinder habe leider nicht das Glück, eine gute Ausbildung zu bekommen. Das sei aber vor allem in ländlichen Gebieten ein Problem, erläuterte Kardinal Maradiaga. Dank der Hilfe der kirchlichen Organisationen wie „Adveniat“ und „Misereor“ würden die Aussichten der Kinder aber immer besser. Zur Zeit entstünde sogar eine Universität  für Mädchen, berichtete Maradiaga.

Für die Zukunft wünschte sich der Kardinal weitere kreative Ideen von den Hildegardis-Schülerinnen. Sie seien ein großes Zeichen der Hoffnung. „Das ist praktizierter Glaube!“, lobte er.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung vom Schulorchester des Gymnasiums unter der Leitung von Georg Bünk. „Oye Como Va“ von Carlos Santana hatten die Schülerinnen einstudiert. Der musikbegeisterte Kardinal fand sichtlich Gefallen an den südamerikanischen Klängen und klatschte begeistert mit.

Nach Stationen in Münster (dort besuchte er den Neujahrsempfang des Diözesankomitees der Katholiken), Recklinghausen und Duisburg, das schon seit langem eine Städtepartnerschaft mit San Petro Sula unterhält, wird Kardinal Maradiaga jetzt wieder in seine Heimat zurückreisen. (ga/do)

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