„Jugend 14 +“ - Eine Wand voller Buchstaben

„Jugend 14 Plus“ – so heißt ein neuer Bereich in der Essener Zentralbibliothek. Für die optische Gestaltung des Raumes waren die Schülerinnen der Klasse 9b am Mariengymnasium in Essen-Werden zuständig. Seit zwei Wochen ziehen nun riesige Buchstaben an den Wänden die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.



Schülerinnen des Mariengymnasiums gestalten Jugend-Ecke in der Zentralbibliothek

Das Lächeln für die Kamera kommt prompt. Bereitwillig posieren die Schülerinnen der Klasse 9b des Mariengymnasiums in Essen-Werden vor ihrem Kunstprojekt, das seit knapp zwei Wochen die Wände der Abteilung „Jugend 14 Plus“ in der Essener Zentralbibliothek schmückt. In der ganzen Gruppe, zu dritt, alleine, mit oder ohne Bücher in der Hand: Fast jede von ihnen will auf die Fotos. „Das war nicht immer so“, verrät Kunstlehrerin Claudia Krämer. „Am Anfang haben sich die Mädchen noch sehr geziert, sobald ich ein Foto von ihnen bei der Arbeit machen wollte.“ Mit einem Schmunzeln fügt sie hinzu: „Aber die Schülerinnen scheinen sich an die Presse gewöhnt zu haben. Offensichtlich macht es ihnen heute richtig Spaß, vor der Kamera zu stehen.“

Dass die Mädchen auch Spaß an der eigentlichen Arbeit hatten, sieht man der neuen Dekoration an. 22 überdimensionale, zum Teil verzerrte oder verfremdete Buchstaben und Zeichen ziehen die Aufmerksamkeit von Besuchern der Zentralbibliothek auf sich. Ebenso offensichtlich ist aber auch die viele Arbeit, die in das Projekt investiert wurde. „Ein halbes Jahr lang haben die wir an den Buchstaben gearbeitet“, erzählt Kunstlehrerin Claudia Krämer. „Zunächst entwickelten die Schülerinnen zusammen in Kleingruppen erste Ideen und Entwürfe. Dann haben sie mit Farben experimentiert, riesige Holzfaserplatten (MDF-Platten) zurechtgeschnitten, mit Grundierung bestrichen und schließlich nach eigenen Vorstellungen im Stile abstrakter amerikanischer Maler wie Marc Rothko gestaltet.“

Warum ausgerechnet Buchstaben? Als die Anfrage von der Zentralbibliothek an sie gekommen sei, habe sie gerade eine Unterrichtsreihe zur Gestaltung individueller Buchstabenbilder begonnen, erklärt die Lehrerin die Wahl der Motive. „Da lag es nahe, das Buchstabenthema auszuweiten, zu variieren und im Sinne von Eye-Catchern anzulegen.“

Seit knapp zwei Wochen hängen diese "Blickfänger" nun in der Jugendecke an der Wand und ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Genau das, was Renate Scherberich, die Leiterin der Zentralbibliothek, sich mit der Neugestaltung erhoffte. „Nach dem Auszug des Jugendbereiches aus der Kinderbibliothek standen wir vor der Aufgabe, auch hier für eine freundliche und persönliche Atmosphäre zu sorgen“, berichtet Scherberich. „Dazu gehört langfristig ein neues Mobiliar, zum Beispiel Sitzsäcke. Ein erster Schritt war aber die künstlerische Neugestaltung der Wände." Mit dieser Aufgabe wandte sich Scherberich schließlich an das Mariengymnasium: „Mir kam die Idee durch ein anderes Kunstprojekt des Gymnasiums. Vor ein paar Jahren hatten Schülerinnen sehr schöne, farbenfrohe Schulfahnen selber gestaltet“, erzählt sie.

Schülerin Anne Flatow (15) ist stolz auf das Ergebnis. „Zunächst haben wir in Gruppen Ideen und Entwürfe gesammelt und mit Farben experimentiert. Besonders Spaß gemacht hat es aber, dann die großen Spezialplatten mit der Stichsäge zuzuschneiden. So etwas habe ich bisher noch nie gemacht.“ Auch Mitschülerin Annabell Solle(16) ist begeistert: „Es ist toll, das Gesamtwerk zu sehen. Hier sehe ich zum ersten Mal alle Buchstaben zusammen, bislang kannte ich ja nur die Einzelteile.“ (ms)

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