Immer mehr Flüchtlingskinder in Kitas

Mit dem wachsenden Flüchtlingsstrom kommen auch immer mehr Flüchtlingskinder in die 301 katholischen Kitas im Bistum Essen. Mit einer neuen Stelle unterstützt die Bistums-Caritas die Kitas bei der Abeit mit diesen Kindern.

Caritas unterstützt Kindergärten bei der Integration

Die katholischen Kindergärten im Bistum Essen betreuen immer mehr Flüchtlingskinder. Laut einer Umfrage des Caritasverbandes für das Bistum Essen besuchen derzeit mindestens 300 Flüchtlingskinder die 301 katholischen Kitas zwischen Duisburg und Altena-Lüdenscheid. Information, Beratung, Begleitung: Mit einer neuen Fachkraft unterstützt die Caritas im Ruhrbistum Kitas bei der Integration.

Sie können kein Deutsch, sie haben eine lange Flucht, teilweise dramatische Erlebnisse hinter sich und sie sind noch sehr jung: Mit dem wachsenden Flüchtlingsstrom kommen auch immer mehr Kinder in die Städte des Ruhrgebiets und in die Kitas. „Wenn sie die Erstaufnahme-Einrichtung verlassen, haben Kinder einen Anspruch auf einen Platz“, so Caritas-Kita-Expertin Irmgard Handt. Mit der zum Teil problematischen Unterbringungs-Situation und ohnehin fehlenden Kita-Plätzen in den Kommunen sei auch hier eine sehr problematische Situation entstanden. Die Kitas stünden vor großen Herausforderungen, wie sie mit Flüchtlingskindern und deren Eltern umgehen sollen. Gut funktioniere es dort, wo nicht zu viele Kinder in einer Gruppe sind, maximal drei oder vier. Handt: „Problematisch ist der Umgang mit den Kindern, die existenzielle lebensbedrohliche Erfahrungen gemacht haben, wie Hunger, Durst, Todesangst, den Verlust von Vater, Mutter oder Geschwistern.“

Mit einer neuen vom Land Nordrhein-Westfalen finanzierten Teilzeit-Stelle unterstützt die Caritas im Bistum Essen ab Dienstag, 1. September, die katholischen Kitas zwischen Rhein und Lenne. „Erstmal brauchen die Einrichtungen Wissen über Fluchtursachen, Fluchtwege, über Herkunftsländer, über rechtliche Fragen“, erläutert Handt. Gleichzeitig unterstützt die Caritas die Einrichtungen bei der Suche nach Dolmetschern, damit etwa Infos für Eltern übersetzt werden können. Gerade der Umgang mit Eltern, die nach Deutschland geflohen sind, sei eine Herausforderung. „Viele wollen den Kindern helfen mit Kleidung oder Spenden. Aber das gibt Müttern und Vätern manchmal das Gefühl, als Eltern zu versagen. Sie haben mit ihrer Familie eh schon viel riskiert. Da müssen sie besonders gut eingebunden und in ihrer Elternrolle gestärkt werden.“ Gleichzeitig soll die neue Fachkraft, Ira Schumann, die Kindergärten für interkulturelle Öffnung sensibilisieren. Konkret heißt das, Kitas zu ermutigen, zum Beispiel selbst den Kontakt zur benachbarten Flüchtlingsunterkunft zu suchen.

„Ziel muss es bleiben, Familien mit kleinen Kindern möglichst schnell in Wohnungen zu bringen“, mahnt der Caritasdirektor für das Bistum Essen, Andreas Meiwes angesichts der angespannten Unterbringungs-Situation in Zeltdörfern und Turnhallen. Zudem kritisiert Meiwes, dass immer noch Kita-Plätze fehlen würden. „Deswegen darf es aber keine Überbelegung geben“, so Meiwes. Er plädiert für Brückenlösungen wie Betreuung vor Ort in den Flüchtlingsunterkünften, in mobilen Angeboten oder Spielgruppen. Die Caritas unterstützt Träger solcher Angebote bei der Beantragung von Landes-Geldern. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Caritas. (mik)

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