Ich sehe was, was du nicht siehst

Für die Katholische Kirche ist das 2. Vatikanische Konzil von enormer Bedeutung. Doch wo spielen Themen des Konzils in der heutigen Gesellschaft noch eine Rolle? Ein Filmprojekt begibt sich auf Spurensuche.

Filmprojekt zum Zweiten Vatikanischen Konzil

Das Zweite Vatikanische Konzil ist eines der bedeutendsten Ereignisse in der jüngeren Geschichte der Katholischen Kirche. Das Konzil stellte sich der Herausforderung, den Dialog der Kirche mit der modernen Weltgesellschaft zu fördern. Die Konzilsväter hatten ein hohes Interesse daran, keine vorgefertigten Papiere zu verabschieden. Vielmehr verstanden sie sich als eine Lerngemeinschaft, die sich den Zeichen der Zeit stellen wollte.

Diesen Ansatzpunkt haben der Filmemacher Volker Wiciok und Norbert Lepping, Mitarbeiter im Dezernat Pastoral im Bistum Essen, ebenfalls gewählt, um exemplarischen Aussagen des Konzils auf die Spur zu kommen. In sieben Kurzgeschichten erzählen sie in einem Film von den großen Themen des Konzils: dem interreligiösen Dialog, der Ökumene, der Liturgie, der Gleichheit aller Menschen, der Sorge um den Nächsten, der Zeichen der Zeit oder dem kosmologischen Bewusstsein. In ihrem Filmprojekt finden sie eindrucksvolle Bilder, die ihre These belegen: „Die Kirche verliert sich nicht in der Welt, sondern sie findet sich dort!“ Der Film entstand anlässlich des 50. Jahrestages des Beginns des II. Vatikanischen Konzils im Auftrag des Medienforums im Bistum Essen.

Das bekannte Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film. So begleiten Wiciok und Lepping die bekannte integrative Bochumer Band „Just Fun“ bei ihren Proben bis hin zu einem Konzert in einem Dortmunder Jazzclub. (Auszüge im obigen Film) Hierbei macht der Film deutlich, wie Musik und der respektvolle Umgang mit persönlichen Eigenarten und Charismen für eine ganze Gruppe zu einer Kraftquelle werden können – einer Quelle, aus der alle leben. „Das gemeinsame Konzert wurde wie ein Gipfelpunkt der Gemeinschaft erlebt, aus dem alle Kraft für das Miteinander strömt“, erinnert sich Lepping. „Erscheint es da abgelegen, eine Bildspur zur Liturgie zu legen, von der das Konzil eindrücklich sagt, sie sei ebenfalls ‚Gipfelpunkt und Quelle, aus der alle Kraft der Kirche strömt’“, so Lepping weiter. Vielleicht könne eine Gruppe wie „Just Fun“ ein Sinnbild dafür sein, wie auch in unserer Kirche die Liturgie gefeiert werden könne.

Der Film sucht immer wieder den Kontakt mit der Welt und buchstabiert wichtige Aussagen des Konzils mit starken Bildsequenzen durch, die die Modernität und Weltsichtigkeit des Konzils bestätigen. Die Zeichen der Zeit deuten zu können, sollte die bestechendste Kompetenz der Kirche bleiben.

Der gesamte Film wird in Kürze mit einem ausführlichen Materialheft im Medienforum des Bistums Essen erhältlich sein. (nl | ja)

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