von Thomas Rünker

„Hier wird Nächstenliebe gelebt“

Bischof Overbeck weiht in Essen Zuhause für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung ein. Neues Wohnheim des Franz-Sales-Hauses auf dem Gelände der früheren Kirche St. Raphael.

Neues Leben auf ehemaligem Kirchengelände

Auf dem Gelände der früheren Kirche St. Raphael in Essen-Bergerhausen ist ein neues Zuhause für 16 Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung entstanden. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck das neue Wohnheim des Franz-Sales-Hauses am Mittwoch eingeweiht. „Die Einrichtung ist ein würdiger Nachfolger der Kirche St. Raphael, denn hier wird Nächstenliebe gelebt“, sagte Overbeck. „An diesem Ort bekommt man eine Idee davon, wie alle Menschen trotz ihrer Unterschiedlichkeit friedlich zusammenleben können.“

Spielplatz steht auch Nachbarskindern offen

Die Kinder und Jugendlichen leben in farbenfrohen Einzelzimmern auf zwei hellen und gemütlichen Wohnetagen. Zudem gibt es einen kleinen Spielplatz, der auch für die Nachbarschaft zugänglich sein wird. „Wir möchten damit einen Raum für Begegnung und gelebte Inklusion schaffen“, erklärte Ute Engelhardt, Geschäftsführerin der Franz Sales Wohnen GmbH. Neben den Kindern und Jugendlichen zieht demnächst auch der Familienunterstützende Dienst des Franz Sales Hauses mit einer Zweigstelle ins Erdgeschoss des neuen Gebäudes an der Ahrfeldstraße ein. Hier erhalten Angehörige von Menschen mit Behinderungen bei Bedarf Unterstützung: Die Mitarbeiter des Dienstes helfen stunden- oder tageweise bei der Betreuung aus, damit Eltern und Geschwisterkinder entlastet werden.

Projekt für rund 1,7 Millionen Euro

Rund 1,7 Millionen Euro hat der Wohnheim-Neubau auf dem Gelände der Anfang 2009 geschlossenen Kirche gekostet, erläuterte Franz-Sales-Haus-Direktor Günter Oelscher und verwies auf die Unterstützung der Aktion Mensch, der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, des Landes-Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr sowie des Landschaftsverbands Rheinland.

An der offiziellen Einweihungsfeier des neuen Wohngebäudes, das von Koschany & Zimmer geplant und von ELF Architekten realisiert wurde, nahmen auch Essens Erster Bürgermeister Rudolf Jelinek und Landesrat Dirk Lewandrowski vom Landschaftsverband Rheinland teil. „Das soll ein Haus sein, in dem ihr euch wohlfühlen könnt und es ist wichtig, dass ihr ein Teil dieses Stadtviertels werdet“, gab der Landesrat den Kindern mit auf den Weg.

Anschließend feierten die jungen Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrer Wohnheimleiterin Andrea Hölper den Festgästen und vielen Anwohnern mit einem bunten Fest das neue Zuhause. Auch die Mitglieder der Gemeinde St. Hubertus und Raphael konnten sich dabei ein Bild davon machen, dass auf dem Gelände der ehemaligen Raphaels-Kirche wieder christliche Werte gelebt werden und mit den neuen Bewohnern auch neues Leben in die Gemeinde eingezogen ist.

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