"Heiliger Boden" im Einkaufszentrum

Das Centro in Oberhausen. Eine gigantische Shopping Mall. Schaufenster, Leuchtreklame und Kaufhausmusik. Wer hierher kommt sucht wahrscheinlich nach einem neuen Paar Schuhe, einem edlen Duft oder dem günstigen Schnäppchen - aber nach Gott?

Der Mitarbeiter vom Elektrogeschäft gibt sich redlich Mühe. Er fragt sogar eine Kollegin. "Platz der Guten Hoffnung? Kirchenzentrum? Nein, tut mir leid, ich weiß nicht wo das ist" muss auch sie passen. Beim Weg zu den Sonderangeboten aus der Reklame hätten beide dagegen vermutlich leicht den Weg weisen können.

Das Centro in Oberhausen. Eine gigantische Shopping Mall. Schaufenster, Leuchtreklame und Kaufhausmusik. Wer hierher kommt sucht wahrscheinlich nach einem neuen Paar Schuhe, einem edlen Duft oder dem günstigen Schnäppchen - aber nach Gott?

"Wo du stehst, ist heiliger Boden - Gott an unvermutetem Ort finden" lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe des Exerzitienreferates des Bistums Essen. Jeweils am 30. eines Monats laden Ingelore Engbrocks und Klaus Kleffner im Kulturhauptstadtjahr an einem besonderen Ort dazu ein, empfindsam zu werden für das eigene Leben und die Gegenwart Gottes. Es gab bereits Treffen auf der Halde Haniel oder im Planetarium in Bochum. Am vergangenen Montag traf man sich im Kirchenzentrum am Platz der guten Hoffnung im Centro in Oberhausen.

"Ich habe es sehr genossen und fand es spannend, wirklich absichtslos durch den Ort zu gehen", bemerkte eine Teilnehmerin nachdenklich beim abschließenden Anhörkreis. Bei dieser Gesprächsrunde konnten sich die Beteiligten über die Erfahrungen austauschen, die sie zuvor im Centro gemacht hatten. Eine Stunde waren sie allein durch das Einkaufszentrum gegangen, hatten sich ganz auf den Moment und ihr Empfinden konzentriert. Die 60 Minuten vergingen dabei wie im Flug. "Ich war erstaunt, wie schnell die Zeit um war", stellte Mechthild Marx am Ende überrascht fest. Einer anderen Teilnehmerin war aufgefallen, wie wenig der Ort zum Gesichtsausdruck der Menschen passen wollte. "Es ist ja hier wie im Schlaraffenland und Genießen ist etwas Schönes. Ich wundere mich nur immer, dass die Menschen dabei nicht fröhlich aussehen."

Vergleicht man die Menschen vor der einstündigen Besinnungszeit mit den Menschen beim abschließenden Gesprächskreis, so stellt man eine Veränderung fest. Sie wirken sehr viel gegenwärtiger und scheinen irgendwie leicht beglückt. Sie haben etwas mitgebracht von ihrem Ausflug. Wie das? Ein Spaziergang entlang einer lauten Einkaufsmeile scheint für außergewöhnliche Erfahrungen nicht gerade gemacht zu sein. Das Besondere des Erlebens liegt offenbar in seiner Absichtslosigkeit. Wann hatten Sie zum letzten Mal für eine ganze Stunde lang nichts vor, waren für 60 Minuten ganz der Moment?

Die nächste Gelegenheit "Heiligen Boden" zu betreten gibt es entweder am 30. September um 17.30 Uhr im Nordsternpark in Gelsenkirchen oder aber wann und wo Sie wollen. (pp)

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