Grünen-Politiker Volker Beck für Kirchensteuer

Für den Grünen-Politiker Volker Beck gibt es keinen Grund, das Kirchensteuer-System abzuschaffen. Auf der 50-Jahr-Feier der Essener Gespräche würdigte er die Kirchen als wertvolle Gesprächspartner für die Politik.


Der Grünen-Politiker Volker Beck sieht keinen Grund dafür, das System der Kirchensteuer abzuschaffen. Sicher könne man fragen, ob die Kirchen über den Staat die Abgabe der Kirchenmitglieder eintreiben müssen, sagte er am Sonntagabend, 8. März, in Essen. "Aber was schadet es uns?" Beck wies darauf hin, dass der Kirchensteuereinzug durch die Finanzämter von den Kirchen bezahlt werde. Der Staat erhält für diesen Dienst etwa drei Prozent des Kirchensteuereinkommens.

Beck äußerte sich auf einem Podium bei der 50-Jahr-Feier der Essener Gespräche über das Verhältnis von Staat und Kirche. Dabei würdigte er die Kirchen als wertvollen Gesprächspartner für die Politik. Sie organisierten "für viele Fragen den einzigen Debatten-Raum" und gäben denen eine Stimme, "die keine Stimme haben". So setzten sich die Kirchen für Menschen ohne Papiere ein, die keinen Zugang zum Gesundheitssystem haben. "Ich bin froh über das, was Kirche da leistet", sagte Beck.

Der Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günter Krings (CDU), sagte, er erlebe die Kirchen vor allem bei ethischen Fragen als wertvolle Partner, etwa wenn es um den Umgang mit dem Anfang des Lebens, dem ungeborenen Leben, alten Menschen oder Schwerstkranken gehe.

Zu den Essener Gesprächen zum Thema Staat und Kirche treffen sich in jedem Jahr führende Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Bundespräsident Joachim Gauck lobte in einem Grußwort die Fachtagung als wichtigen Ort für einen Dialog zwischen Staat und Kirche. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. An der bis zum 10. März dauernden Jubiläumstagung nehmen unter anderen Bundestagspräsident Nobert Lammert und der frühere Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo di Fabio, teil. Der Verfassungsrechtler Paul Kirchhof organisiert das Treffen. (KNA)

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