von Hubert Röser

Glückliche Gesichter unter Sonnenschein und Segen

Zehnte Seniorenwallfahrt nach Bochum-Stiepel endet mit Rekordbeteiligung. Gottesdienst mit Krankensalbung für 1400 Pilger im Zisterzienser-Kloster.

Ein willkommenes Zeichen der Stärkung
 
Es schien fast so, als wolle der Strom der Wallfahrer nicht versiegen. Ab dem frühen Samstagmorgen erreichten die ersten Busse das Zisterzienser-Kloster Bochum-Stiepel. Helferinnen und Helfer schoben eine Schar von Menschen in Rollstühlen und Rollatoren den kleinen Hügel zum Pilgerplatz vor dem Freialtar hinauf. Die zehnte Diözesanwallfahrt für ältere, kranke und behinderte Menschen am vergangenen Samstag endete mit einem Rekord: 1400 Menschen kamen zu einer Wallfahrt, die in Deutschland ihresgleichen sucht.

Eine der größten Wallfahrten ihrer Art
 
„Ich bin schon einige Male hier gewesen“, sagt Maria Kleiner aus Bochum, „und ich freue mich jedes Mal, wieder hier Gottesdienst feiern zu können. Besonders schön ist, dass wir diesmal Glück mit dem Wetter haben, im letzten Jahr hat es ja so doll gestürmt und geregnet“, erinnert sich die 83-Jährige, die auf einen Rollator angewiesen ist. Mit ihr versammelten sich in diesem Jahr rund 1400 Menschen in Stiepel und machten die Wallfahrt zu der größten ihrer Art in ganz Deutschland.
 
Weihbischof Ludger Schepers, der in diesem Jahr den Festgottesdienst zelebrierte, zeigte sich von Atmosphäre in Stiepel begeistert. „Schauen Sie in die glücklichen Gesichter der Menschen – das zeigt doch, wie wertvoll diese Wallfahrt für die Teilnehmer ist.“ Seine Predigt leitete er mit persönlichen Erinnerungen an seine eigene Mutter ein: „Glaub mir, Junge“, habe sie mit Blick auf ihre schwächer werdende Kräfte und den Verlust von lieben Menschen gesagt, „glaub mir, alt werden ist nicht schön.“ Schepers schlug den Bogen zu Maria, der Mutter der Barmherzigkeit, die auch heute Menschen in Notsituationen nah sein wolle. Ähnlich wie bei der Hochzeit von Kanaan würde sie die Barmherzigkeit Jesu vermitteln und schenke helfende Hände in Form der Menschen, die für uns da seien. Danach spendete er mit den anderen anwesenden Priestern das Sakrament der Krankensalbung. Für die Wallfahrer ein willkommenes Zeichen der Stärkung.
 
Margret Leuker aus Essen-Altendorf, die erstmals an der Wallfahrt teilnahm, war ebenfalls begeistert: „Das ist ein richtig schöner Tag, der mir viel gegeben hat“, sagte sie mit Blick auf die Messe, die Krankensalbung und die Gemeinschaft der Teilnehmenden. Ein bisschen Wehmut gab es allerdings am Ende des Gottesdienstes: Prälat Martin Patzek, der in den letzten zehn Jahren die „spirituelle Hintergrundarbeit“ für die Wallfahrt geleistet hat, gibt diese Aufgabe aus Altersgründen ab. Er versprach aber unter dem Applaus der Anwesenden, im kommenden Jahr als einfacher Pilger nach Stiepel zurückzukehren und sich in die Schar der Gläubigen einzureihen.

Der „Stiepeler Kreis“ – ein Zusammenschluss engagierter Leitungskräfte der Altenhilfe im Bistum und verantwortlich für die Wallfahrt – bedankte sich für sein jahrelanges Engagement, das für die gute Entwicklung der Veranstaltung prägend war.
 
Ín zehn Jahren Teilnehmerzahl verdoppelt

„Es ist schon erstaunlich, wie sich das zarte Pflänzchen entwickelt hat“, blickt Meinolf Roth vom Stiepeler Kreis auf die Anfänge vor zehn Jahren zurück. „2007 waren es rund 600 Wallfahrer, die Zahl hat sich inzwischen mehr als verdoppelt.“ Rolf Groeger, ehemaliger Geschäftsführer zweier Altenheime in Essen, ergänzte: „Wir wollten damit einen Akzent katholischer Einrichtungen für die Seelsorge ihrer Bewohner setzen“, erinnert er sich. Denn die alleinige Sorge um das körperliche Wohlergehen sei nicht ausreichend. Markus Kampling, Geschäftsführer der Katholischen Pflegehilfe und ebenfalls von Anfang an dabei, fügt hinzu: „Wir bieten den Menschen ein Erlebnis, das sie Rahmen der Biographie-Arbeit – die ja in unseren Häusern eine große Rolle spielt – an große Ereignisse ihrer Jugend erinnert.“ Insgesamt haben in diesem Jahr rund 30 Dienste und Einrichtungen der Altenhilfe aus Bochum, Duisburg, Ennepetal, Essen, Gelsenkirchen, Hattingen und Schwelm an der Wallfahrt teilgenommen.
 
In besonderer Weise bedankte sich das Organisationsteam bei den knapp 500 Helferinnen und Helfern, ohne die die Veranstaltung nicht möglich wäre. „Schließlich sind die älteren Menschen ja alle auf Unterstützung angewiesen – sei es beim Bus-Transfer oder beim Toilettengang“, erklärt Kampling. Meinolf Roth ist froh darüber, dass sich die Suche nach Helfern bislang erfreulich einfach gestaltet habe. „Wir haben relativ schnell die Leute beisammen, die diese unverzichtbare Arbeit leisten, ohne die es die Wallfahrt nicht gäbe und die maßgeblichen Anteil am Erfolg der Veranstaltung haben!“
 
Und wie geht es nach zehn Jahren weiter? Sicher ist: Viel wachsen kann die Wallfahrt unter den jetzigen Rahmenbedingungen kaum noch. Das Zelt vor dem Freialtar war bis auf den letzten Platz gefüllt und auch die wenigen Flächen, die man für zusätzliche Stühle und Bänke nutzen konnte, waren restlos belegt. „Das wird eine Herausforderung im nächsten Jahr – aber die nehmen wir gerne an!“ blickt das Vorbereitungsteam optimistisch in die Zukunft.

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