„Glauben lernen – gerade als Erwachsener“

Den Glauben kennenzulernen, Glauben zu lernen - wann genau ist der richtige Zeitraum? Der Kölner Professor Bernd Lutz fordert einen Paradigmenwechsel hin zur intensiven Erwachsenenkatechese. Die Zeiten, in denen galt wer die Kinder habe, habe auch die Erwachsenen, seien vorbei.


Studientag Erwachsenenkatechese im Bistum Essen

Die Kirche lebt von der Weitergabe des Glaubens. Doch gerade hier hat sich in den letzten Jahren vieles verändert. Heute steht die Kirche vor einer neuen Situation. „Früher galt, wer die Kinder hat, hat auch die Erwachsenen“, bringt es Bernd Lutz, Professor Dr. Bernd Lutz, Dozent für Gemeindekatechese am Priesteseminar im Erzbistum Köln, auf den Punkt. Lutz ist Referent des Studientages Erwachenenkatechese, zu dem das Bistum Essen in das Kardinal-Hengsbach-Haus nach Essen-Werden eingeladen hat. Niemand habe früher gefragt, was bedeutet der Glaube den Eltern, so Lutz weiter.  „Heute müssen wir uns einmal mehr im Klaren darüber sein,  dass die Katechese nicht mit der Firmung abgeschlossen ist. Die Erwachsenenkatechese hat an Bedeutung gewonnen und muss lebensbegleitend in unseren Gemeinden geschehen. Wir brauchen einen Pradigmenwechsel“, betont der Kölner Professor. Das liege nicht zuletzt an der Veränderung der gesellschaftlichen Situation. „Die Lebenserfahrungen der Menschen sind so unterschiedlich wie nie zuvor, eine klassische religiöse Sozialisation komme kaum noch vor“, so Lutz.

Doch wie soll ein solcher Paradigmenwechsel vorangetrieben werden? Ein wichtiger Schritt sei die Erkenntnis, dass Erwachsene nicht nur über ihre Kinder zu erreichen sind, so eine These im Rahmen des Studeintages Erwachsenenkatechese. „Wir müssen die Lebenssituation der Erwachsenen wahrrnehmen“, fordert der Kölner Dozent. Dies sei unter anderem in Glaubens- und Sakramentekurse für spezifische Lebenssituationen möglich. Die in der Seelsorge tätigen Haupt- und Ehrenamtlichen müssen die Erwachsenen den Gemeinden fragen, ‚was sind eure Themen, die euch bewegen‘. So könne man zum Beispiel für Senioren Themen wie Tod, Himmel, Beichte und Krankensalbung aktiv in Glaubensgesprächen ansprechen, meint der Pastoraltheologe Lutz.

Diese Veränderung sei auch eine große Herausforderung an alle, die in der Katechese tätig seien. „Eine solch aktive Erwachsenenkatechese fordert eine hohe Kommunikationsfähigkeit. Aber wenn ein solches Projekt gelingt, befähigt es, Lebenserfahrungen aus dem Glauben heraus zu verarbeiten. Und genau das ist die Aufgabe der Erwachsenkatechese“, so Bernd Lutz weiter. Wenn die Katechese in Zukunft optimal in unseren Gemeinden umgesetzt werde, dann gehöre der Erwachsenenkatechese das Hauptaugenmerk und sie werde ergänzt durch die Kinder- und Jugendkatechese. Um an diesem Studientag der Erwachsenenkatechese nicht nur in der Theorie zu verharren, werden den Teilnehmern Kurse und Konzepte vorgestellt, die an unterschiedlichen Orten bereits erfolgreich probiert wurden.

 „Vielerorts wäre schon ein Anfang gemacht“, so Professor Lutz, „wenn die Gemeinden mit den Katecheten, die die Kommunionkinder und Firmlinge begleiten, katechetisch arbeiten würden. Sie ganz konkrete Glaubensgespräche für diese ehrenamtlich engagierten Frauen und Männer anbieten würden. Hier trifft man die an Glaubensfragen interessierten Menschen an.“ Aus einem solchen Anfang könne der Paradigmenwechsel dann langsam entstehen und die Erwachsenenkatechese in den Gemeinden des Ruhrbistums in Zukunft das Gemeindeleben als Glaubensgemeinschaft intensivieren.

Dr. Nicolaus Klimek, als Referent im Dezernat Pastoral verantwortlich für den Bereich  „Sakramente, Verkündigung und Katechese“, versteht diesen Tag auch als Möglichkeit der Vernetzung der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die Interesse an Erwachsenenkatechese haben. „Wer konkrete Unterstützung oder Informationen zum Thema Erwachsenenkatechese wünscht, in seiner Pfarrei oder Gemeinde bei ersten Schritten im Rahmen der Erwachsenenkatechese Hilfe benötigt, kann mich gerne ansprechen“, so Klimek am Ende des Tages. Erreichbar ist Nicolaus Klimek im Bischöflichen Generalvikariat unter der Rufnummer 0201.2204-280 oder per Mail unter nicolaus.klimek@bistum-essen.de
(dr)

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