"Gewissensbildung für einen gerechten Frieden"

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, hat heute Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in der St. Johannes-Basilika in Berlin als neuen Katholischen Militärbischof in sein Amt eingeführt.

Bischof Overbeck im domradio.de-Interview (Quelle: domradio.de)

Dr. Franz-Josef Overbeck als neuer Katholischer Militärbischof eingeführt

Die Bundeswehr hat einen neuen Katholischen Militärbischof. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, führte den Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, heute in Berlin in das Amt ein. In der St. Johannes-Basilika überreichte der Nuntius dem neuen Militärbischof in einem Festgottesdienst die Ernennungsurkunde von Papst Benedikt XVI. und den Bischofsstab.

In dem Gottesdienst würdigte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) die Militärseelsorge der beiden großen Kirchen. In Afghanistan habe er erfahren, wie wichtig "seelisches Rüstzeug" für die dort eingesetzten Soldatinnen und Soldaten sei. Die Militärseelsorger stünden den Soldaten und ihren Angehörigen in existenziellen Fragen zur Seite. Zudem gäben sie den Streitkräften einen "ethischen Kompass". "Wir brauchen die Kirche unter den Soldaten - heute und in Zukunft", betonte de Maiziere. Dies gelte gerade in Zeiten einer Neuausrichtung der Bundeswehr.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete die Militärseelsorge als "Teil der gesamtkirchlichen Arbeit am gerechten Frieden". Die Kirche wolle damit dabei helfen, "dass das Militär so wenig wie möglich zur Gewaltdynamik von Konflikten beiträgt". Mit ihrer ethischen Bildung stärke die Kirche auch das Prinzip der Inneren Führung der Bundeswehr. „Seelsorge und Weltverantwortung – das zeichnen den Bischof von Essen und neuen Militärbischof in besonderer Weise aus“, betonte Zollitsch. Overbeck habe ein „Herz für die Menschen und ein Ohr für ihre Sorgen“. Gerade im Bistum Essen, das einen enormen Strukturwandel durchlaufe, gehöre diese Offenheit für die Sorgen der Menschen zum bischöflichen Alltag.

In seiner Predigt unterstrich Bischof Overbeck, dass vor allem für Auslandseinsätze der Soldaten eine Gewissensbildung erforderlich sei, die für einen gerechten Frieden eintrete. Er versprach den Soldaten, sich für einen solchen Frieden einzusetzen und dafür "in der Gesellschaft die Stimme zu erheben". Zudem bekräftigte Overbeck, dass die Soldaten auf eine verlässliche seelsorgliche Begleitung durch die katholischen Militärseelsorgerinnen und –seelsorger bauen könnten, „damit sie ihren Dienst und ihr Leben im Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht gestalten können, um den Frieden als Werk der Gerechtigkeit zu befördern“. (KNA/do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Grußwort von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch

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