Geistige und wirtschaftliche Solidarität mit der Ukraine

Besorgt zeigt sich Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck über die politische und militärische Lage in der Ukraine sowie über die Situation der dort lebenden Menschen. Notwendig sei jetzt eine besondere wirtschaftliche und geistige Solidarität mit diesem Land, sagte er vor Journalisten zum Abschluss der Renovabis-Pfingstaktion 2014 in Essen.



Zur Hilfe für die Menschen in der Ukraine hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck aufgerufen. „Die politischen und die militärischen Umstände geben Anlass zur Sorge“, sagte er am Freitag vor Journalisten in Essen. Notwendig sei jetzt eine besondere wirtschaftliche und geistige Solidarität mit der Ukraine. Die Ereignisse der letzten Monate stellten nochmals eine Herausforderung für die Katholische Kirche in Deutschland und deren Osteuropa-Hilfswerk Renovabis dar.

Der Bischof äußerte sich zur diesjährigen Renovabis-Pfingstaktion 2014, die am Sonntag, 8. Juni, 10.00 Uhr, mit einem festlichen Gottesdienst in der Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden sowie mit einem Fest der Begegnung ihren Abschluss findet. Bundesweit wird in allen katholischen Gottesdiensten am Pfingstsonntag eine Kollekte für die pastoralen und sozialen Projekte des Hilfswerks in Osteuropa gehalten. Ein Hauptaugenmerk liegt in diesem Jahr auf der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Die Mitte Mai in Dresden eröffnete Aktion steht unter dem Motto "Mit meinem Gott überspringe ich Mauern".

Der Präsident der griechisch-katholischen Caritas der Ukraine, Andrij Waskowycz, nannte als eine der Hauptaufgaben, inländischen Flüchtlinge von der Krim und aus den Gebieten im Osten zu helfen. Derzeit gebe es offiziell etwa 15.000 Krim-Flüchtlinge in der Ukraine und nochmals 30.000, die wegen des Terrors ihre Heimat im Osten aufgegeben hätten. Die Dunkelziffern lägen vermutlich höher. Nicht alle würden erfasst, da viele bei Familienangehörigen und Freunden untergekommen seien.

Die Ukrainer wollten Frieden und die europäischen Werte der Freiheit und Demokratie, sagte Waskowycz. Anstatt die sozialen Probleme angehen zu können, sei die Ukraine derzeit durch Russland gezwungen, Kraft und Geld in militärische Aktionen für die Sicherheit des Landes zu stecken.

Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Stefan Dartmann unterstrich, dass für das Hilfswerk auch 25 Jahre nach dem Mauerfall und den politisch-gesellschaftlichen Umbrüchen in Osteuropa viel zu tun bleibe. Die Revolution sei vielerorts unvollendet geblieben. Als Hauptprobleme nannte er Armut, Wohnungslosigkeit und Korruption. Zudem habe die Befreiung aus den Zwängen des kommunistischen Systems nicht überall zu Freiheit und Gerechtigkeit geführt.

Bischof Overbeck betonte, dass das Bistum Essen traditionell eng mit den Ländern Osteuropas verbunden sei. Seit 1993 gibt es offiziell eine Partnerschaft zwischen dem Bistum Essen und dem Erzbistum Kattowitz in Polen. Die Verbindungen der Kirche im Ruhrbistum nach Polen reichen jedoch bis in die 1960er Jahre zurück. Overbeck wies darauf hin, dass besonders nach der Wende 1989 viele Menschen aus dem Osten ins Ruhrgebiet gekommen seien, um hier eine neue Heimat zu finden. (KNA/do)

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