Gegen marktschreierische Beschimpfungen

In seiner Predigt am ersten Weihnachtstag kritisiert Bischof Overbeck eine menschenverachtende Sprachkultur in Sozialen Medien und plädiert für eine „Kultur des Wortes“.

Bischof Overbeck plädiert für eine „Kultur des Wortes“.

Eine „schwer erträgliche“ Verrohung der Sprache angesichts der Flüchtlingskrise beobachtet der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeckhttp://www.bistum-essen.de/bistum/bischof.html in den vergangenen Wochen und Monaten. In seiner Predigt zum ersten Weihnachtstag rief er im Essener Dom dazu auf, „uns mit aller uns zur Verfügung stehenden Kraft gegen die Unkultur des verleumderischen, des lauten, des unpassenden, des menschenverachtenden und entwürdigenden Wortes zu stellen“ zugunsten einer „Kultur des Wortes“, die der Würde jedes Menschen diene.

Unterstellungen, Verleumdungen, eine liederliche Sprache auf niedrigem Niveau wie auch das unerträglich Laute und Marktschreierische seien nicht akzeptabel. „Da werden Menschen undifferenziert Meinungen untergeschoben, um unredliche Ziele zu verfolgen. Da werden in unzähligen Emails und Briefen Menschen auf eine unflätige Weise beschimpft, weil sie der Meinung des Schreibers nicht entsprechen“, konstatierte Overbeck angesichts vieler Hasskommentare, die in jüngster Zeit in den Sozialen Medien zu lesen waren: „Es ist schwer, solches zu ertragen, erst recht, sich dessen zu erwehren.“

Gründe dafür, im Sprachniveau herab zu sinken, könnten in der Angst liegen, aber auch in der Sucht nach Macht. „Wer ängstlich ist, der kann sich oft im Ton vergreifen. Wer seine Macht retten will, der wird oft ganz laut“, beobachtete Overbeck und plädierte „für eine Kultur des Wortes, der Würde, der Freiheit, der Liebe und des Friedens.“ Das gehöre zur Ethik des Alltags. (cs)

Die Predigt von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf)

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