Gefängnisseelsorge ist ohne Alternative

Die Gefängnisseelsorge ist wichtiger Bestandteil im Strafvollzug und ohne Alternative. Das unterstrichen NRW-Justizminister Thomas Kutschaty und Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck bei einem gemeinsamen Besuch der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen.



Bischof Overbeck und NRW-Justizminister Kutschaty besuchten die JVA Gelsenkirchen

Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) und Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck haben die Bedeutung der Gefängnisseelsorge unterstrichen. Sie sei wichtiger Bestandteil im Strafvollzug und ohne Alternative, betonten beide am Montag, 28. Juli, bei einem gemeinsamen Besuch der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen.

Die Seelsorger seien für Gefangene qualifizierte Ansprechpartner, sagte Kutschaty. Da sie nicht zu den Landesbediensteten im Gefängnis gehörten, werde ihnen besonderes Vertrauen entgegengebracht. In den Gesprächen gehe es nicht immer nur um religiöse Fragen. Auch wendeten sich nichtchristliche Häftlinge an die Seelsorger. Überdies suchten viele Beschäftigte den Kontakt zu den kirchlichen Mitarbeitern.


Seelsorge will helfen, Schuld aufzuarbeiten

Bischof Overbeck betonte, dass die Kirche in allen Lebensbereichen Präsenz zeigen müsse. Mit der Seelsorge in Gefängnissen wolle die Kirche den Gefangenen helfen, Schuld aufzuarbeiten und wieder in die Gesellschaft zurückzukehren. Ein Gefangener habe wie jeder andere Menschen seine „Würde von Gott“, die ihm niemand nehmen könne. Die Seelsorge sei „ein geschützter Ort“, in dem Menschen etwa mit psychischen Problemen Hilfe aus der Kraft der Religion erfahren können. Der Essener Bischof lobte die Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in der Haftanstalt, die auf eine Rückkehr in die Gesellschaft vorbereiteten.

"Jeder Mensch hat das Recht auf eine zweite Chance verdient", unterstrich Kutschaty. Dies habe Papst Franziskus eindrucksvoll bei seinem Besuch eines Jugendgefängnisses kurz nach seinem Amtsantritt gezeigt, als er den Satz gesagt habe: "Ich fühle mich hier Zuhause". Die inhaftierten Straftäter blieben nicht immer im Gefängnis und würden in Freiheit wieder „unsere Nachbarn", so der Minister. Deshalb müssten sie - auch mit Unterstützung der Seelsorger - auf die Zeit nach dem Gefängnisaufenthalt vorbereitet werden.

In der 1998 in Betrieb genommenen und damit relativ modernen Gelsenkirchener Justizvollzugsanstalt sind rund 540 Häftlinge untergebracht, davon 340 Männer und 200 Frauen. Für die Seelsorge hat die Katholische Kirche eineinhalb Stellen eingerichtet, die evangelische eine. Bischof Overbeck hat in diesem Jahr bereits neben Gelsenkirchen das Gefängnis in Essen besucht. Demnächst will er auch noch die Haftanstalten in Bochum und Duisburg-Hamborn besuchen. (KNA)

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