Gedenken mit politischem Aspekt

Am nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige Essener Suchthilfe lud zum Gottesdienst für Drogentote ein. Zur Gedenkstunde hatten neben der städtischen Suchthilfe der Christliche Verein Junger Männer (CVJM), die Frauendrogenberatung Bella Donna, die Essener Aidshilfe und die katholische Kirche eingeladen.

Essener Suchthilfe lud zum Gottesdienst für Drogentote ein

 29 weiße Luftballons stiegen am Dienstagmittag am Burgplatz auf im Gedenken an die Drogentoten der Stadt Essen des vergangenen Jahres. Am Essener Dom hatten sich zahlreiche Angehörige, Freunde und Akteure der Drogenhilfe versammelt, um sich anlässlich des nationalen Gedenktages für verstorbene Drogenabhängige während eines Gottesdienstes gemeinsam an die Verstorbenen zu erinnern und weiße Rosen an einem selbst gebauten Holzkreuz abzulegen, das die Namen der Toten trug. Drogensucht sei eigentlich Ausdruck einer anderen Art von Sucht – der Sehnsucht nach Glück und Sinn, sagte Dompropst Thomas Zander, der den Gottesdienst in der voll besetzten Anbetungskirche neben dem Dom leitete.

Die Zahl der Drogentoten ist seit Beginn der Essener Statistik Anfang der 90er Jahre gesunken: Starben damals noch 40 bis 50 Menschen pro Jahr, weist die Statistik nun noch 10 bis 15 Fälle jährlich aus. „Wir denken heute aber auch an Menschen aus unserem Umfeld, die an den Spätfolgen ihres Konsums, etwa an einer Leberzirrhose gestorben sind“, erklärt Johannes Bombeck von der städtischen Suchthilfe direkt. Bombeck gab der Gedenkstunde zusätzlich eine politische Note: „Gut, dass wir heute Substitutionsprogramme, Therapieplätze und wenigstens in sechs Bundesländern Drogenkonsumräume haben. Mancher Tod wäre aber vermeidbar, wenn es bei uns ähnlich wie in Portugal, Spanien oder Österreich Möglichkeiten für Konsumenten gäbe, Drogen auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen zu lassen.“

Zur Gedenkstunde hatten neben der städtischen Suchthilfe der Christliche Verein Junger Männer (CVJM), die Frauendrogenberatung Bella Donna, die Essener Aidshilfe und die katholische Kirche eingeladen. Hilfen zum Ausstieg aus der Sucht gibt es selbstverständlich nicht nur für Konsumenten illegaler Drogen: Der Caritasverband Essen berät und begleitet in erster Linie alkohol- und medikamentenabhängige Menschen und deren Angehörige. Legale Drogen führen am häufigsten zum Tod: Das statistische Landesamt NRW teilte am Montag mit, 3.195 Männer und Frauen – 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr - seien im Jahr 2013 durch Alkohol-, Rausch- oder Betäubungsmittelkonsum gestorben. Fast 90 Prozent der Todesfälle waren auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. (cs)

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