„Für die Menschen in Brasilien am Ball bleiben“

Die Menschen in Braslien auch nach der Fußball-Weltmeisterschaft nicht mit ihren Nöten allein zu lassen, dazu ruft die Aktion "Steilpass" auf. Bereits während des Turniers machte die Aktion auf Missstände im Gastgeberland aufmerksam. Nun wird dieses Engagement weitergeführt.


Bündnis führt Aktion „Steilpass“ auch nach der Fußball-WM weiter

„Wir freuen uns sehr, dass Deutschland Weltmeister ist!” Das hat Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens am 14. Juli in Essen betont. Die Nationalelf bringe aber nicht nur den Pokal mit nach Deutschland, sondern auch das Wissen um die sozialen Missstände in dem größten Land Südamerikas. „Auch wenn der Fußball­zirkus seine Zelte abbaut und weiterzieht, ist es wichtig, dass wir für die Brasilianer am Ball bleiben. Wir haben 7:1 gegen die Seleção gewonnen – doch geht es jetzt darum, dass wir gemeinsam mit unseren brasilianischen Freunden, die so großartige Gastgeber waren, Armut und soziale Ungerechtigkeit vom Platz schießen. Lasst  aus der Begeisterung so­ziales Engagement wachsen, damit die benachteiligten Menschen in Brasilien und welt­weit gewinnen!“

Deshalb laufe die Aktion „Steilpass“ auch nach der Weltmeisterschaft weiter, denn „die Forderungen der brasilianischen Bevölkerung nach Zugang zu Bildung, Gesundheitswe­sen und einem besseren Transportwesen werden nicht verstummen“. „Fast 10.000 Unter­schriften der Petition für Fairness und Gerechtigkeit sind bisher bei Adveniat eingegangen“, sagte Jentgens. Eine Übergabe an die deutsche Regierung sei für Dezem­ber vorgesehen. Von der brasilianischen Regierung erwarte der Geschäftsführer des La­teinamerika-Hilfswerkes zusammen mit der Brasilianischen Bischofskonferenz und der Or­densoberenkonferenz, „dass sie bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro einen großen Schritt hin zur Verwirklichung der zehn Forderungen des Aktionsbündnisses für eine gerechtere Gesellschaft gemacht hat“.

Volker Monnerjahn, Präsident des DJK-Sportverbandes, wünscht sich vom Internationalen Olympischen Komitee, Lehren aus der Fußball-Weltmeisterschaft zu ziehen und die Bevöl­kerung Brasiliens in die Vorbereitungen mehr miteinzubeziehen. „Wenn die Menschen des Gastgeberlandes ein sportliches Großereignis eher als Belastung denn als Chance emp­finden, schadet das langfristig allen Meisterschaften, egal ob Fußball-WM oder Olympia. Wir brauchen mehr Transparenz, mehr Partizipation, mehr belegbare Mindeststandards, zum Beispiel was Umweltschutz und Menschenrechte anbelangt“, so der DJK-Präsident. 

Im Aktionsbündnis „Steilpass“ haben sich das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveni­at, der DJK-Sportverband, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), die  Katholische Landjugendbewegung (KLJB) und Kolping International zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft in Lateinamerika und weltweit starkzumachen. Unterstützt von der Bischofs- und der Ordenskonferenz in Brasilien geht es vor allem um den Zugang zu ganzheitlicher Bildung, einer Gesundheitsversorgung für alle Menschen und Bürgerbeteiligung. Die Forderungen der Aktion sind als Petition formuliert, die im Vorfeld der WM an die brasilianische Regierung übergeben wurden. Die Unterschriftenlisten können bestellt oder die Petition noch bis Ende November online unterschrieben werden unter www.aktion-steilpass.de. (adv)

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