„Freude an Gott und am Leben“

Mit einer feierlichen Vesper im St. Paulus-Dom in Münster verabschiedete das Bistum Münster seinen bisherigen Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck, der am 20. Dezember als vierter Bischof von Essen in sein Amt eingeführt wird.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in Münster verabschiedet

Mit einer feierlichen Vesper im St. Paulus-Dom in Münster verabschiedete das Bistum Münster Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, der am 20. Dezember als vierter Bischof von Essen in sein Amt eingeführt wird. Doch die Stunde des Abschieds versank nicht in Trauer und Wehmut, schon rein äußerlich nicht. Denn die Bänke des Domes waren dicht gefüllt. Und das  Gelb-Orange der Wintersonne, das sich hier und da den Weg durch die Fenster bahnte, ließ im Inneren des Gotteshauses „freundliche Wärme“ aufscheinen. Aber auch inhaltlich war in der Feier wenig von Abschied die Rede, dafür umso mehr von Freude und Dank.

Für die Stunde des Abschieds hatte man sich den 3. Adventssonntag ausgewählt. Er trägt den lateinischen Namen „Gaudete“ – das heißt „freut euch“. Und von dieser Freude sprach Bischof Overbeck in seiner Ansprache, einer Freude, die den Abschied überragt, mildert, erträglich macht, einer Freude, die über den Augenblick weit hinausreicht: „ Bei allem Abschied und in der Vielschichtigkeit eines Lebens im Glauben geht es um Freude am Leben, Freude an Gott, um Freude an der Kirche und Freude an den Menschen und an der Welt“, betonte Overbeck. Die Kraftquelle sei der Glauben. Trotz vieler Herausforderungen gehe es darum, „gerade den Bedrängten, den Suchenden, denen, die nicht weiter wissen, die Frohe Botschaft und Freude des Evangeliums zu verkünden“. Overbeck erinnerte an seinen Wahlspruch, den er über seinen Bischofsdienst gesetzt hat: „Magnificat anima mea“ – Meine Seele preist die Größe des Herrn, oder – wie es der Bischof gerne übersetzt: „Meine Seele mache groß den Herrn“. „Wer Gott groß sein lasse, „der kann Freude gewinnen nicht nur an Gott, sondern auch an der Welt“, sagte Overbeck.

Der ernannte Bischof von Essen dankte seinem Vorgänger im Amt und jetzigen Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, „für die Spuren des Glaubens, die er in meinem neuen Bistum gelegt hat, und für das brüderliche Miteinander“. Overbecks Dank galt auch Altbischof Dr. Reinhard Lettmann, der ihn am 1. September 2007 zum Bischof geweiht hat, und dem ganzen Bistum Münster. Er habe sich von den Menschen getragen gefühlt und sei „menschlich, theologisch und geistlich gestärkt“ worden. „Seien Sie gesegnet und jeden Tag gestärkt mit der Freude am Leben und an Gott, mit der Freude an der Kirche, an den Menschen und der ganzen Welt“, das wünschte der scheidende Weihbischof den Menschen im Bistum Münster. Und er fügte hinzu: „Behüte Sie alle Gott!“


Kompetenz, Entschiedenheit, Freude und Liebe

Am Ende der Vesper dankte Bischof Dr. Felix Genn seinem Nachfolger auf dem Bischofsstuhl in Essen „für den Dienst, den Du der Kirche von Münster geschenkt hast“. Mit „Kompetenz, Entschiedenheit, Freude und Liebe“ habe Overbeck seinen priesterlichen Dienst  getan. „Ich freue mich, dass Du alle diese Gaben in Zukunft als Bischof von Essen der Kirche schenken darfst“, so Genn. Auch wenn der Abschied schmerze, bleibe die Zusammengehörigkeit bestehen.

Der kleine „Trag-Altar“, den Bischof Genn dem scheidenden Weihbischof zum Abschied schenkte, ist ein erinnerndes Zeichen dieser Zusammengehörigkeit. Das Reliquiar enthält Reliquien des seligen Kardinals Clemens August Kardinal Graf von Galen. Es ist mit Rosenholz eingefasst, was an die Muttergottes erinnere. Sie sei als „Mutter vom guten Rat“ die Patronin von Overbecks zukünftigem Bistum.  „Und in Essen-Werden, der Grabstätte des heiligen Liudger, begegnest Du einem weiteren Zeugen des Evangeliums“, betonte Genn. Auch Sandstein aus dem Münsteraner Paulus-Dom ist in den Trag-Altar eingearbeitet, ein weiteres Zeichen der Verbundenheit mit Overbecks Heimatbistum. „Ich wünsche Dir, dass Du in Freude aus der Kraft des Glaubens lebst und Gott Dir allen Segen schenke“, schloss Bischof Genn. Lang anhaltender Beifall erfüllte den Dom. (do)  

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