Fremde, die zu Freunden werden

In der vergangenen Woche hatte das Bischöfliche Jugendamt Besuch aus der Partnerdiözese Hongkong. 23 junge Menschen waren zu Gast im Bistum Essen, um sich mit deutschen Jugendlichen über die kirchliche Jugendarbeit auszutauschen.

Begegnungstage mit dem Partnerbistum Hongkong

Zollverein, Gasometer und Curry-Wurst – es gibt viele Gründe, das Ruhrgebiet zu besuchen. Für die 23 Jugendlichen aus Hongkong, die in der vergangenen Woche zu Gast im Bistum Essen waren, stand jedoch nicht nur die Kultur, sondern vor allem der Austausch mit deutschen Jugendlichen über kirchliche Themen im Mittelpunkt. Fünf Tage lang hatten junge Katholiken aus beiden Bistümern die Gelegenheit, einander kennen zu lernen und über die Religion, die Kultur und den Alltag in ihren jeweiligen Ländern ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss an einen letzten gemeinsamen Ausflug nach Köln trennten sich gestern die Wege der jungen Menschen wieder. Für die einen ging es zurück ins Ruhrgebiet, für die anderen nach Hongkong. So oder so – eine spannende und ereignisreiche Woche war es für alle.

„Es war ein Versuch“, erklärt Diözesanjugendseelsorger und Initiator der Begegnung, Stefan Ottersbach. Eine solche Begegnung habe es in der Form noch nie gegeben. „Der Diözesanjugendseelsorger aus Hongkong und ich haben uns überlegt, dass wir gerne auch unter den Jugendlichen der beiden Bistümer eine Partnerschaft aufbauen würden“, so Ottersbach weiter. Internationale Begegnungen brächten eine Chance, voneinander zu lernen, neue Impulse für das eigene Leben und den Glauben zu bekommen und mehr über die eigene Identität zu erfahren. „Wenn Fremde zu Freunden werden, ist das die Basis für ein friedliches Miteinander.“ Damit, dass es dann so schnell ging, habe er aber damals noch nicht gerechnet.

Auf dem Programm der Begegnung standen neben dem klassischen „Sightseeing“, also Besuchen auf Zollverein in Essen, dem Gasometer in Oberhausen oder dem Dom in Köln, auch ein Treffen mit Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Dienstag und jugendpastorale Erkundungen und Gespräche über Jugendpastoral im Bistum Essen am Mittwoch. Dabei hatten die jungen Menschen aus Hongkong die Möglichkeit, Projekte der Jugendberufshilfe, der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendkirchen oder die Freiwilligendienste im Bistum näher kennen zu lernen.

Die Chinesin Assunta So ist begeistert vom Ruhrgebiet: „Es ist fantastisch hier. Man spürt eine große Harmonie. Man merkt, dass Gott und die Menschen miteinander verbunden sind“, erzählt die junge Frau. Schwierigkeiten damit, sich in der fremden Kultur zurechtzufinden habe sie nicht, die Gruppe sei wirklich herzlich aufgenommen worden „Ich habe den Eindruck, dass die Menschen aus Hongkong generell wenig Probleme damit haben, sich auf eine andere Umgebung einzulassen“, erzählt Assunta So weiter. Das liege daran, dass sie es gewohnt seien, sich anzupassen. „Bis 1997 waren wir noch eine Kolonie, euch heute noch treffen dort viele Kulturen aufeinander. Wir sind sehr kosmopolitisch. Die meisten von uns sprechen Englisch und haben die Fähigkeit, sich schnell zu integrieren“, schmunzelt die junge Frau. Ungewöhnlich sei es nur, in einer Jugendbildungsstätte zu übernachten. „Das kennen wir so nicht aus Hongkong“, erzählt die Chinesin. Was die gemeinsamen Gottesdienste betrifft, ist vor allem die Musik ein Thema: „Wir sind es nicht gewohnt, dass moderne Lieder gesungen werden oder sogar eine Band auftritt. Bei uns ist die Musik etwas klassischer.“

Die moderne Musik ist Christian aus Essen gewöhnt – ungewöhnlich für ihn hingegen ist die tägliche Eucharistie-Feier:  „Den Jugendlichen aus Hongkong ist es wichtig, jeden Tag Eucharistie zu feiern“, erzählt der 20-jährige. Das sei bei den deutschen Jugendlichen nicht unbedingt so üblich. „Überhaupt sind unsere Gäste viel sicherer in Bezug auf die Rituale des Gottesdienstes“, staunt Christian. Damit, dass die Gottesdienste in mehreren Sprachen abgehalten werden und er nicht immer alles versteht, hat er übrigens keine Probleme: „Die wichtigsten Elemente erkennt man – egal in welcher Sprache sie abgehalten werden“, so der Student.

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