Freiheit, Verantwortung, Solidarität und Barmherzigkeit

Immer wieder von der Gottesmutter Maria zu lernen, sich ganz auf Jesus und die Grenzenlosigkeit seiner Barmherzigkeit einzulassen, dazu rief Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck bei der Marienfeier in Duisburg auf. Rund 300 Gläubige stimmten auf dem Kaiserberg in das Marienlob ein.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck predigte bei der Marienfeier in Duisburg

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein.  „Kaiserwetter“ herrschte am Sonntag auf dem Kaiserberg in Duisburg, wo sich rund 300 Katholiken zu traditionellen  Marienfeier versammelten, zum Lob der „Himmelskönigin“, wie die Muttergottes auch genannt wird. Und zum ersten Mal nahm Ruhrbischof  Dr. Franz-Josef Overbeck an dieser Feier teil, die seit 1946 alljährlich stattfindet.

„Es ist für uns eine große Freude und Ehre, dass unser Bischof an diesem Tag bei uns ist“, so Stadtdechant Bernhard Lücking. Er erinnerte in seiner Begrüßung an Papst Johannes Paul II., der am Sonntag in Rom selig gesprochen wurde, und an dessen Besuch im Bistum Essen vor fast genau 24 Jahren.

„Der verstorbene Papst hat 1987 auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop an die Bedeutung der Arbeit erinnert“, betonte der Bischof in seiner Predigt. Er habe angesichts großer sozialer und wirtschaftlicher Probleme des Ruhrgebiets und vielfältiger Herausforderungen in der Welt damals die Frage gestellt, „ob der Mensch noch Vorrang in der Welt der Maschinen und der modernen Kommunikation, in der Welt des Handels und der Werbung, in der Welt der Politik und Kultur“ habe. „Heute könnte man manchmal meinen, dass eine falsche Form von Profit den Vorrang hat“, so Overbeck. Für Christen dürfe und müsse aber allein der Mensch Vorrang haben. Papst Johannes Paul II. sei es auch um das Problem der Arbeitslosigkeit gegangen, habe die Verantwortung der Entscheidungsträger in Staat und Wirtschaft im Hinblick auf eine gerechte Verteilung menschlicher Arbeit angemahnt.

„Solidarität, Lebenskraft und Zukunft“ seien für den verstorbenen Papst  wesentlich mit der „Verantwortung und Gestaltung eines Lebens vor Gott“ verknüpft gewesen. Unermüdlich habe Papst Johannes Paul II. gemahnt, die Menschenwürde zu achten, für Arbeit für alle zu sorgen, für eine Arbeit, die niemanden ausbeute. „Arbeit muss immer im Rahmen von Freiheit und Verantwortung gesehen werden“, betonte der Bischof. Arbeit, die in Freiheit und Verantwortung geschehe, helfe den Menschen, „das Gute zu sehen und zu leben“. Das Gute im Menschen habe seine „Quelle in Gott, der in Jesus unter uns ist“.


Von Maria lernen

Auf Jesus habe auch immer die Gottesmutter Maria verwiesen. Overbeck erinnerte an ihr Wort: „Was er euch sagt, das tut.“ - Deshalb gehe es darum, „immer wieder von Maria zu lernen, sich ganz auf Jesus und die Grenzenlosigkeit seiner göttlichen Barmherzigkeit einzulassen“, betonte Overbeck. „Was ist eine Welt der Arbeit, eine Welt, die sich um Freiheit und Verantwortung müht, ohne Barmherzigkeit?“, fragte der Bischof. Er wünschte den Gläubigen Wege, „die uns immer mehr mit Christus verbinden, die helfen, im Ruhrgebiet die Gedanken der Solidarität und Zukunftsfähigkeit, der Freiheit, Verantwortung und Barmherzigkeit zu stärken“. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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