Finanzmittel müssen dem Wohl der Menschen dienen

Das Wohl aller Menschen, Nachhaltigkeit, Transparenz und Glaubwürdigkeit sind für Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck unverzichtbare Kriterien für das wirtschaftliche und finanzielle Handeln der Kirche.



Bischof Overbeck zum wirtschaftlichen Handeln der Kirche

Gegen die in der Öffentlichkeit weit verbreitete Ansicht, dass alle Veränderungen in der Kirche hierzulande dem Geld und Personal geschuldet seien, hat sich Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck gewandt. „Das macht nachdenklich und ist weniger als die halbe Wahrheit“, sagte er am Freitag, 19. Dezember, im Gottesdienst im Essener Dom anlässlich der Verabschiedung des langjährigen Finanzdirektors des Bistums Essen, Ludger Krösmann, und der Einführung seines Nachfolgers Dr. Daniel Beckmann.

Wenn die Augen vor den radikalen Entwicklungen des kirchlichen Lebens, vor der sich verändernden Kirchenbindung vieler Menschen, vor der Notwendigkeit, „den Glauben als einen berührenden Glauben selbst zu entdecken und sich dafür zu entscheiden“, verschlossen würden, „dann werden alle Um- und Abbrüche des kirchlichen Lebens dazu führen, nie unsere Chancen zu sehen, die Kirche neu werden zu lassen und damit uns“, so Overbeck.

Veränderungsprozesse seien immer Um- und Abbrüche, aber auch „Aufbrüche und Neuanfänge“, in denen man auf seine Fundamente zurückgeworfen werde. Zu diesen gehöre zum einen der Glaube, „die feste Verwurzelung im Berührtsein durch Gott“ und die „Verwurzelung in der Heiligen Schrift“ und in der Geschichte und Tradition der Kirche. Doch auch die nüchterne Wahrnehmung der ökonomischen und finanziellen Grundlagen in der Kirche gehöre zu diesen Fundamenten. Hier komme Solidarität zum Tragen. „Ich bin in unserem Bistum allen Katholiken dankbar, die ihre Kirchensteuer zahlen und so ihren Beitrag leisten für das Leben der Kirche mit ihren vielfältigen Aufgaben“, betonte Overbeck. Die Kirche stehe im „Dienst am Menschen“. Daher gehe es beim dem Einsatz der finanziellen Mittel in erster Linie um das „Wohl der Menschen“. Das kirchliche Vermögen sei nicht nur zur „Bewahrung des Erworbenen“ einzusetzen, „sondern soll ebenso einen Spielraum für Neues eröffnen, den Mut zur Investition aufbringen, zu einem neuen Einsatz, um die Berührbarkeit des Menschen mit Gott, mit dem Evangelium und mit der Kirche mit zu ermöglichen, ebenso aber den Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden, für die Schöpfung und für den Menschen in seiner unbedingten Personenwürde zu bewahren“, betonte der Ruhrbischof.

Glaubwürdigkeit und Transparenz

Die Herausforderungen, vor denen die Kirche im Blick auf ihre Fundamente stehe, beträfen die „Botschaft des Evangeliums“, das Wohl der Menschen und der Kirche und hätten die gesellschaftliche Verantwortung für alle im Sinn. Wirtschaftliches, ethisch verantwortbares Handeln der Kirche müsse nachhaltig sein und der Gegenwart und Zukunft dienen. „Das bedeutet, Entwicklungen vorauszusehen und sich auf Neues einzulassen“, so Overbeck. Zwei weitere Kriterien seien Glaubwürdigkeit und Transparenz. „Als kirchliche Vermögensträger müssen wir dies nicht nur einfordern, sondern auch selbst bezeugen und leben“, unterstrich der Bischof. Dies alles gebe Kraft und Mut für den „Blick nach vorn“ sowie für die Gestaltung des kirchlichen Lebens. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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