von Thomas Rünker

Feierliche Gottesdienste zum Altfrid-Fest

Am Montag, 15., und Dienstag, 16. August, ehrt die Kirche den vor 1142 Jahren verstorbenen Mitbegründer von Stadt und Stift Essen.

Am Montag, 15. August, – dem Fest Mariä Himmelfahrt – jährt sich der Todestag des Heiligen Altfrid zum 1141. Mal. Zu Ehren des Mitbegründers von Stadt und Stift Essen und aus Anlass des Hochfestes der Aufnahme Mariens in den Himmel feiert Weihbischof Ludger Schepers am Montag um 17.30 Uhr ein Pontifikalamt im Dom. Am Ende des Gottesdienstes wird der Schrein mit den Reliquien des Heiligen Altfrid aus der Krypta des Doms erhoben und auf den Stufen des Altares zur Verehrung ausgestellt.

Den eigentlichen Festtag des Heiligen Altfrid, den 16. August, feiert der Dom am Dienstag um 17.30 Uhr mit einem Festhochamt, das der emeritierte Domkapitular Martin Pischel zelebriert. In diesem Gottesdienst nimmt zudem die St.-Altfrid-Bruderschaft ein neues Mitglied in ihre Reihen auf. 16 Mitglieder der Bruderschaft zeigen derzeit regelmäßig während der Öffnungszeiten im Dom Präsenz und stehen als Ansprechpartner für Besucher bereit. Nach der Messe werden die Altfrid-Reliquien wieder in die Krypta getragen.

Bischof und Friedensdiplomat

Altfrid wurde um das Jahr 800 geboren. Er stammt aus einem angesehenen sächsischen Adelsgeschlecht und erhielt eine gute Erziehung, vermutlich in den Klöstern von Fulda oder Corvey. Um 850 gründete Altfrid mit einer Gruppe sächsischer Adliger auf seinem Hofgut Astnide das Stift Essen – eine religiöse Frauengemeinschaft, die über Jahrhunderte das geistliche und politische Leben in der Region bestimmte. Erste Äbtissin wurde Altfrids Schwester Gerswid. 851 wurde Altfrid zum vierten Bischof von Hildesheim ernannt. Als Berater und Gesandter König Ludwigs des Deutschen erlangte er politischen Einfluss, war als Unterhändler und Friedensstifter zwischen dem West- und Ostfrankenreich tätig. Groß war seine Sorge um Klöster und die Bildung des Klerus. Er ist Begründer des Hildesheimer Doms (1. November 872) und der ersten Kirche in Essen, die dem heiligen Quintinus geweiht und erst 1817 abgerissen wurde – heute erinnert neben dem Dom die Gasse „An St. Quintin“ an dieses Gotteshaus. Altfrid starb am 15. August 874 und wurde auf seinen Wunsch in der von ihm errichteten Stiftskirche zu Essen bestattet. Heute ist die frühere Stiftskirche der Essener Dom und die Kathedralkirche des 1958 gegründeten Ruhrbistums.

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